ASMLs China-Geschäft: Niederlande geht auf Konfrontation mit den USA
Die Niederlande und ihr wichtigstes Unternehmen, ASML, gehen auf Konfrontationskurs mit den USA. Es geht um die Frage verschärfter Exportbeschränkungen für die Halbleiterindustrie bei Geschäften mit China.
Sjoerdsma traf sich in dieser Woche mit US-Handelsminister Howard Lutnick sowie Mitgliedern des Kongresses, um die Bedenken der niederländischen Regierung vorzutragen. Nach den Gesprächen betonte er laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Niederlande erheblich sein könnten. Es sei ungewöhnlich, eigens nach Washington zu reisen, um dem Kongress die Sorgen seines Landes darzulegen, erklärte der Minister.
Im Zentrum des Streits steht ASML. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden gilt als wertvollster Konzern Europas und nimmt weltweit eine Schlüsselrolle bei der Chipfertigung ein. ASML ist der einzige Hersteller hochkomplexer Lithografiesysteme, die für die Produktion modernster Chips benötigt werden.
Bereits seit Jahren unterliegen die fortschrittlichsten Maschinen des Unternehmens strengen Exportauflagen. So dürfen die modernen EUV-Anlagen (Extreme Ultraviolet Lithography) nicht nach China geliefert werden. Der MATCH Act würde die Beschränkungen jedoch deutlich ausweiten. Zukünftig könnten auch bestimmte ältere DUV-Systeme (Deep Ultraviolet) betroffen sein, die bislang weiterhin an chinesische Kunden verkauft werden dürfen.
Der Gesetzesentwurf wurde im April in den USA eingebracht. Bislang hat er jedoch weder im Repräsentantenhaus noch im Senat eine abschließende Abstimmung durchlaufen. Beobachter gehen davon aus, dass die Vorlage möglicherweise Teil eines größeren Gesetzespakets werden müsste, um ausreichende politische Unterstützung für eine Verabschiedung zu erhalten.
Mit dem Vorhaben zeichnet sich aber ein neuer Konfliktpunkt zwischen den USA und europäischen Partnern im zunehmend geopolitisch geprägten Wettstreit um Schlüsseltechnologien ab. Während Washington auf strengere Kontrollen gegenüber China drängt, fürchten die Niederlande wirtschaftliche Nachteile für ihre strategisch wichtige Halbleiterindustrie.
Siehe auch:
Widerstand gegen neues Gesetz
Der niederländische Handelsminister Sjoerd Sjoerdsma hat in Washington gegen den sogenannten MATCH Act interveniert, ein Gesetzesvorhaben, das chinesischen Chipherstellern den Zugang zu westlicher Produktionstechnik deutlich stärker erschweren würde. Besonders betroffen wäre davon der niederländische Technologiekonzern ASML, einer der wichtigsten Ausrüster der globalen Halbleiterbranche.Sjoerdsma traf sich in dieser Woche mit US-Handelsminister Howard Lutnick sowie Mitgliedern des Kongresses, um die Bedenken der niederländischen Regierung vorzutragen. Nach den Gesprächen betonte er laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Niederlande erheblich sein könnten. Es sei ungewöhnlich, eigens nach Washington zu reisen, um dem Kongress die Sorgen seines Landes darzulegen, erklärte der Minister.
Im Zentrum des Streits steht ASML. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden gilt als wertvollster Konzern Europas und nimmt weltweit eine Schlüsselrolle bei der Chipfertigung ein. ASML ist der einzige Hersteller hochkomplexer Lithografiesysteme, die für die Produktion modernster Chips benötigt werden.
Bereits seit Jahren unterliegen die fortschrittlichsten Maschinen des Unternehmens strengen Exportauflagen. So dürfen die modernen EUV-Anlagen (Extreme Ultraviolet Lithography) nicht nach China geliefert werden. Der MATCH Act würde die Beschränkungen jedoch deutlich ausweiten. Zukünftig könnten auch bestimmte ältere DUV-Systeme (Deep Ultraviolet) betroffen sein, die bislang weiterhin an chinesische Kunden verkauft werden dürfen.
ASML fürchtet um Geschäfte
Für ASML hätte dies spürbare Folgen. Nach Unternehmensangaben entfallen rund 19 Prozent der Nettoverkäufe von Systemen auf den chinesischen Markt. Konzernchef Christophe Fouquet hatte bereits im Mai darauf hingewiesen, dass China derzeit vor allem ältere DUV-Anlagen erwerben kann. Diese Technologie wird zwar seit etwa einem Jahrzehnt eingesetzt, spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle in der Halbleiterproduktion.Der Gesetzesentwurf wurde im April in den USA eingebracht. Bislang hat er jedoch weder im Repräsentantenhaus noch im Senat eine abschließende Abstimmung durchlaufen. Beobachter gehen davon aus, dass die Vorlage möglicherweise Teil eines größeren Gesetzespakets werden müsste, um ausreichende politische Unterstützung für eine Verabschiedung zu erhalten.
Mit dem Vorhaben zeichnet sich aber ein neuer Konfliktpunkt zwischen den USA und europäischen Partnern im zunehmend geopolitisch geprägten Wettstreit um Schlüsseltechnologien ab. Während Washington auf strengere Kontrollen gegenüber China drängt, fürchten die Niederlande wirtschaftliche Nachteile für ihre strategisch wichtige Halbleiterindustrie.
Zusammenfassung
- Niederlande wehren sich gegen geplante US-Exportbeschränkungen für China
- Minister Sjoerdsma kritisiert in Washington den neuen MATCH Act scharf
- ASML befürchtet schwere wirtschaftliche Folgen durch neue Sanktionen nun
- Bisher dürfen ältere DUV-Systeme noch problemlos an China verkauft werden
- Neunzehn Prozent des Umsatzes von ASML stammen aus dem chinesischen Markt
- Der Konflikt zeigt die Spannungen bei globalen Chiptechnologie-Exporten
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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