Auf Augenhöhe mit Diamant:
Nahezu unzerstörbares Material entwickelt

Britische Wissenschaftler haben ein Material entwickelt, das sich gegen­über den meisten Methoden als quasi unzerstörbar erweist. Verant­wort­lich dafür ist aber kein besonders harter Werkstoff, sondern eine sehr ausgeklügelte Struktur. Entwickelt wurde das Material an der University of Stirling in Großbritannien. Die Forscher tauften es auf den Namen Proteus, nach dem wandelbaren Meeresgott der griechischen Mythologie. Denn auch der neue Werkstoff zeigt sich bei seinen Fähigkeiten, physischen Angriffen zu widerstehen, als sehr vielseitig. "Es ist ziemlich erstaunlich", kommentierte Miranda Anderson aus dem Forscherteam ihr Produkt.

Im Grunde klingt die Zusammensetzung Proteus' ziemlich profan: Die Forscher haben Keramik-Blasen in einen Aluminium-Schaum eingebettet. In verschiedenen Versuchen zeigte sich dann, dass es kaum eine Chance gab, den Werkstoff mit den üblichen Werkzeugen auseinanderzunehmen. So schafften es die Forscher zwar mit einem leistungsfähigen Winkelschleifer binnen 45 Sekunden durch eine Panzerplatte aus Stahl zu kommen, die explodierenden Minen standhalten soll. Der Versuch Proteus zu schneiden endete aber in einem zerstörten Arbeitsgerät.

Erfolglose Angriffe

Auch Experimente mit guten Bohrmaschinen und einem Wasserstrahlschneidgerät führten nicht zum Erfolg. Verantwortlich dafür sind zwei "Verteidigungsmechanismen" des Materials. Die feine Wabenstruktur sorgt erst einmal dafür, dass Schwingungen entstehen, die dem eindringenden Werkzeug das Vorankommen extrem erschweren. Analysen zeigten, dass die Scheibe des Winkelschleifers dadurch beschädigt und der extrem fokussierte Wasserstrahl des Schneiders in immer neue Richtungen abgelenkt wird. Darüber hinaus zerbrechen an beschädigten Stellen die Keramikblasen in winzige Fragmente, die Schneidflächen schnell stumpf werden lassen.

Eine vergleichbare Widerstandsfähigkeit kennt man bisher eigentlich nur von Diamant. Das Proteus-Material ist aber sehr viel billiger und in großen Mengen zu produzieren. Die Forscher sehen daher großes Potenzial in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen. So könnte man mit dem Werkstoff beispielsweise größere Produkte wie Sicherheitstüren herstellen oder auch kleine Panzerplatten für die Sohlen von Arbeitsschuhen.

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