Microsoft: Neuer Manager kann zu neuem Streit mit Amazon führen

Zwischen Microsoft und Amazon bahnt sich der nächste dicke Streit an. Denn die Redmonder haben jetzt ein ehemaliges Mitglied der Konzernführung verpflichtet. Dessen neue Tätigkeit kann durchaus als Überlaufen zur Konkurrenz verstanden werden.
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Es geht hierbei um Charlie Bell. Dieser leitete längere Zeit die Entwicklung in der Cloud-Sparte Amazons und damit in einem der inzwischen wichtigsten Geschäftsfelder des Konzerns. Nun hat er aber einen Arbeitsvertrag bei Microsoft unterschrieben und soll eine neu zu gründende Abteilung leiten, die sich mit IT-Sicherheit beschäftigt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die neue Stellenbeschreibung umfasst diverse Tätigkeiten, die mit dem Kampf gegen Betrug, Ransomware und der unerlaubten Veröffentlichung von Daten zu tun haben. Die Einrichtung der neuen Abteilung dürfte eine Reaktion darauf sein, dass Microsoft in den letzten Monaten ziemlich hart von einer ganzen Reihe von Problemen in diesem Bereich getroffen wurde. Aber auch darüber hinaus nahmen die Schwierigkeiten immer stärker zu, so dass es für die Redmonder als einem der führenden IT-Konzerne weltweit wichtig ist, zu reagieren.

Zweite Reihe hinter Nadella

Bell ist in seiner neuen Position direkt Microsoft-Chef Satya Nadella unterstellt - er gehört hier also nun zum obersten Management-Kreis. Mit seiner Tätigkeit dürfte er formal kaum gegen die üblichen Vertragsklauseln verstoßen, nach denen insbesondere hochrangige Insider nicht einfach zur Konkurrenz wechseln dürfen, um dort in einem vergleichbaren Geschäftsfeld zu arbeiten - denn dann wäre die Nutzung von Geschäftsgeheimnissen des Ex-Arbeitgebers zugunsten der neuen Firma selbst dann nicht zu verhindern, wenn sich die jeweilige Person redlich verhalten möchte.

Allerdings dürfte man am Amazon-Stammsitz in Seattle dann doch sehr genau beobachten, was jetzt in Microsofts Cloud-Bereich passiert. Es muss ja nicht einmal vorkommen, dass Bell seine neuen Kollegen in der Azure-Abteilung bewusst über Interna bei Amazon informiert, es können auch beiläufige Kommentare beim Mittagessen sein, die dem Konkurrenten Einblicke geben, die er sonst nicht hätte. Zumal man in Seattle sicherlich nicht glücklich über den Abschied Bells ist. Dieser gehörte immerhin mit zu den am längsten beschäftigten Managern im Unternehmen. Er kam 1998 zu Amazon, als sein Startup von dem Handelskonzern aufgekauft wurde.

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