Amazon: KI-Kameras bestrafen Fahrer für Fehler, die sie nicht machen

Amazon setzt seit Anfang des Jahres in den USA Überwachungskameras in seinen Auslieferungswagen mit ein. Die Kameras werten dabei die Fahrten aus - und registrieren Verstöße, die zu Einkommenseinbußen führen - allerdings häufig völlig zu Unrecht. Das geht aus einem Bericht des Online-Magazins Motherboard hervor. Demnach berichten nun Amazon-Lieferfahrer, dass sie durch die in ihren Lieferwagen installierten Überwachungskameras aus Gründen, die sie nicht zu verantworten haben, Einkommenseinbußen hinnehmen mussten. Dabei geht es zum Beispiel um Sicherheitsabstände, Beschleunigungsverhalten und Ähnliches. Solche Systeme, wie Amazon sie dabei einsetzt, werden auch von Versicherungen angeboten und haben teilweise einen sehr schlechten Ruf, da die KIs die Straßensituationen gar nicht einschätzen können. Infografik: Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten… Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten...

Ki-Auswertung und Kamerasystem von Netradyne

Wie das System von Amazon funktioniert, hat ein Fahrer nun Motherboard genauer erläutert. Das KI-Kamerasystem ist über dem Sitz des Fahrers montiert und warnt bei Auffälligkeiten. Das Start-up, das die Kameras entwickelt hat, heißt Netradyne. Mit Stand von diesem Monat hat Amazon mehr als die Hälfte seiner Lieferflotte landesweit in den USA mit dieser Technologie ausgestattet, bestätigte ein Amazon-Sprecher gegenüber Motherboard. Amazon sieht das System als "Innovation, die die Sicherheit der Fahrer gewährleistet".

Laut dem Fahrer verwendet der Konzern diese Daten, um die Leistung des Fahrers zu bewerten und zu bestimmen, ob er einen Bonus erhält oder nicht. Motherboard sprach mit sechs Amazon-Lieferfahrern in Kalifornien, Texas, Kansas, Alabama und Oklahoma sowie mit dem Inhaber eines Amazon-Lieferunternehmens in Washington.

Alle bestätigten, dass die Netradyne-Kameras die Fahrer regelmäßig für sogenannte "Ereignisse" bestrafen, die sich ihrer Kontrolle entziehen oder keine unsichere Fahrweise darstellen, anstatt sie zu einer sicheren Fahrweise zu ermutigen. Die Kameras sehen zum Beispiel "Verstöße", wenn Fahrer in den Seitenspiegel schauen oder am Radio herumfummeln, wenn sie vor einem Stoppschild an einer unübersichtlichen Kreuzung anhalten oder wenn sie im dichten Verkehr von einem anderen Auto geschnitten werden. Und das sind nur einige Beispiele.

Wenn die Kamera ein "Ereignis" erkennt, lädt sie das Video zu einer Netradyne-Schnittstelle hoch, auf die Amazon zugreifen kann. Zudem meldet sich eine Roboterstimme beim Fahrer und mahnt: "Abgelenktes Fahren" oder "Sicherheitsabstand einhalten". Jedes Mal, wenn die Kamera ein Ereignis registriert, wird das Filmmaterial hochgeladen und wirkt sich auf die Punktzahl aus, die die Fahrer am Ende der Woche für sicheres Fahren erhalten. Für Amazon-Fahrer sind diese Ergebnisse ausschlaggebend dafür, ob sie wöchentliche Prämien, Preise und Sonderzahlungen erhalten.

Der Fahrer in Los Angeles erzählte Motherboard, das er vergeblich versucht hat, die Ereignisse bei Amazon anzufechten. Amazon-Fahrer glauben, dass die KI-gesteuerten Überwachungskameras dem Unternehmen als kostensparende Maßnahme dienen und nicht zur Sicherheit beitragen.

Amazon sieht das anders

Seit die Netradyne-Kameras in den Lieferwagen installiert wurden, sind laut Amazon die Unfälle um 48 Prozent, Verstöße gegen Stoppschilder und Signale um 77 Prozent zurückgegangen. Das Fahren ohne Sicherheitsgurt ging um 60 Prozent zurück, Probleme durch fehlenden Abstand zum Vordermann verringerten sich um 50 Prozent und die Ablenkung beim Fahren ging um 75 Prozent zurück.

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