Flash-Ende macht viele 9/11-Inhalte heute schon unzugänglich

Der 20. Jahrestag der Terroranschläge des 11. September in den USA zeigte auch, warum es eine gute Idee ist, auf offene Standards zu setzen. Denn ein guter Teil der aktuellen Berichterstattung aus damaliger Zeit ist inzwischen nicht mehr zugänglich. Journalistische Inhalte sind mit die wichtigsten Quellen der Historiker, die sich mit der jüngeren Geschichte beschäftigen. Die Berichterstattung gibt nämlich nicht einfach nur Fakten wieder, sondern ermöglicht zwischen den Zeilen auch Einblicke in die Befindlichkeiten einer Gesellschaft zum jeweiligen Zeitpunkt. Und gerade dafür wird ein möglichst breites Bild aus vielen Quellen benötigt.

Wie aus einem Bericht des US-Senders CNN hervorgeht, gibt es hinsichtlich des 11. Septembers aber bereits Probleme, an eine Reihe von Inhalten heranzukommen. Damals erlebte die Publikation von Nachrichten im Netz ihren ersten großen Höhepunkt. Und um den Besuchern der jeweiligen Webseiten möglichst viel bieten zu können, setzten diverse Angebote damals in großem Umfang auf Adobe Flash. 9/11-Berichte ohne FlashVor 20 Jahren zeigte ABC News hier Flugrouten der 9/11-Flugzeuge

Internet-Friedhof

"Das ist wirklich ein Problem dessen, was wir als Internet-Friedhof bezeichnen. Alles, was nicht als ein Stück reiner Text oder als einfaches Bild vorlag, ist dazu verdammt, zu verrotten und zu sterben, wenn neue Methoden der Auslieferung von Inhalten die alten ersetzen", erklärte Dan Pacheco, von der Medienschule der Syracuse University. Er hatte damals selbst bei der Washington Post und bei AOL Inhalte mit erstellt, die heute quasi nicht mehr zugänglich sind.

Viele große Angebote arbeiteten damals mit Flash. Und entsprechend schwierig ist es, heute an den so bereitgestellten Content heranzukommen. Wenn man die archivierten Seiten des Internet-Archivs aufruft, bekommt man im besten Fall einen Screenshot des fraglichen Bereichs, meist aber nur einen Platzhalter. Denn selbst wenn die Flash-Inhalte mit abgespeichert wären, würde kaum noch ein Browser die Technologie unterstützen - denn der Support durch Adobe ist längst beendet worden.

Die Arbeit von Historikern oder das Interesse anderer Personen machen es daher erforderlich, sich mit alter Technik direkt in den Archiven der Anbieter auf die Suche zu machen. Aber selbst das ist kein Garant dafür, dass man die damals generierten Inhalten noch vollständig wieder angezeigt bekommt. Eine der wichtigsten Lehren aus der Flash-Geschichte bleibt es daher, im Web besser offene Standards zu verwenden, bei denen man nicht von einem bestimmten Software-Unternehmen abhängig ist.

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