Amazon ignoriert Anhörung im EU-Parlament:
Akt unfassbarer Arroganz
Das europäische Parlament wollte sich ein eigenes Bild über die in verschiedenen Presseberichten erhobenen Vorwürfe gegen Amazon machen, dass Mitarbeiter überwacht würden. Den Anhörungstermin ignorierte das Unternehmen aber einfach.
Wenn ein Parlament, insbesondere eines, das solch einen mächtigen Markt wie Europa repräsentiert, zu einer Anhörung lädt, schicken Unternehmen zumindest jemanden, der im eigenen Sinne Einfluss auf die Debatte nehmen kann. Denn es wird als recht unklug angesehen, einen wichtigen Gesetzgeber zu verärgern. Insofern ist das Fernbleiben Amazons ein recht eindeutiges Zeichen.
"Dass Herr Bezos unsere Einladung ignoriert und nicht einmal einen Vertreter entsendet, ist ein Akt unfassbarer Arroganz und eine Missachtung von demokratischen Institutionen", erklärte Dennis Radtke, der sozialpolitische Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion, laut einem Bericht des Spiegels, mit entsprechender Ungehaltenheit.
Amazon ließ gegenüber dem Parlament lediglich mitteilen, dass man zumindest bereit sei, auf Fragen zu antworten, die dem Unternehmen nach der Anhörung schriftlich übermittelt werden. Das Unternehmen hat den Termin also sehr bewusst ignoriert und sorgt mit diesem Vorgehen für eine weitere Verzögerung dabei, dass die Abgeordneten sich ein eigenes Bild von der Lage machen können. Das dürfte im Zweifelsfall zwar zum Nachteil des Unternehmens gereichen, allerdings wähnt sich der Konzern wohl auch sicher genug, dass die EU-Parlamentarier keine ernsthafte Gefahr für die Abwicklung der Geschäfte darstellen können.
"Dass Herr Bezos unsere Einladung ignoriert und nicht einmal einen Vertreter entsendet, ist ein Akt unfassbarer Arroganz und eine Missachtung von demokratischen Institutionen", erklärte Dennis Radtke, der sozialpolitische Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion, laut einem Bericht des Spiegels, mit entsprechender Ungehaltenheit.
Gewerkschaft nimmt Termin wahr
Die in verschiedenen Presseberichten erhobenen Vorwürfe wurden auf der Anhörung durch Gewerkschaftsvertreter bestätigt. "Durch den Einsatz von Kameras, Mikrofonen und Scannern werden die Beschäftigten zu gläsernen Menschen. Das macht enormen psychischen Druck und vor allem krank", berichtete Orhan Akman, der bei der deutschen Gewerkschaft Verdi für den Einzel- und Versandhandel zuständig ist.Amazon ließ gegenüber dem Parlament lediglich mitteilen, dass man zumindest bereit sei, auf Fragen zu antworten, die dem Unternehmen nach der Anhörung schriftlich übermittelt werden. Das Unternehmen hat den Termin also sehr bewusst ignoriert und sorgt mit diesem Vorgehen für eine weitere Verzögerung dabei, dass die Abgeordneten sich ein eigenes Bild von der Lage machen können. Das dürfte im Zweifelsfall zwar zum Nachteil des Unternehmens gereichen, allerdings wähnt sich der Konzern wohl auch sicher genug, dass die EU-Parlamentarier keine ernsthafte Gefahr für die Abwicklung der Geschäfte darstellen können.
Siehe auch:
Thema:
Amazons Aktienkurs in Euro
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Christian Kahle
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