Vorwurf: AirTags ermöglichen "effektives kostengünstiges Stalking"
Apple hat vor kurzem seine intelligenten Tracker, die AirTags, vorgestellt, und an sich hat der kalifornische Konzern eigenen Angaben nach diverse Maßnahmen gegen heimliche Überwachung umgesetzt. Doch ein Bericht kommt zum Schluss, dass Stalking nach wie vor möglich ist.
Es liegt natürlich auf der Hand, dass man einen Tracker wie den AirTag irgendwo versteckt und auf diese Weise jemanden heimlich verfolgt. Apple hat nach der Vorstellung der runden Tracker aber in zahlreichen Interviews bekräftigt, dass man sich sehr wohl überlegt habe, wie ein solcher Missbrauch nicht möglich wird. Das passiert u. a. über eine Warnung, wenn sich ein AirTag mitbewegt, aber nicht mit einem bestimmten iOS-Gerät in der Umgebung verbunden ist, dann bekommt man einen akustischen Hinweis bzw. eine Benachrichtigung.
WaPo-Autor Geoffrey Fowler bat einen Kollegen, ihn eine Woche lang mit einem AirTag zu tracken, was auch gelang. Während Fahrradfahrten zeigte das Gerät Fowlers Standort alle paar Minuten mit einer Genauigkeit von etwa einem halben Block an. Wenn er zu Hause war, konnte man per AirTag seine genaue Adresse herausfinden.
Die Sicherheitsfeatures sprangen zwar an, waren laut Fowler aber bei weitem nicht ausreichend: So habe sich die Warnung erst nach drei Tagen gemeldet, der AirTag selbst spielt ein "leises Zirpen", das in einer Entfernung mit 60 Dezibel zu hören ist - also in etwa die Lautstärke einer normalen Unterhaltung.
Dazu kommt: Führt ein Android-Nutzer ein unbekanntes AirTag mit, bei dem erkennt das Smartphone den Tracker nicht und warnt auch nicht davor. In Zusammenhang mit dem Umstand, dass der AirTag-Lautsprecher gedämpft oder deaktiviert werden kann, entsteht ein leistungsfähiges Tool zum Aufspüren von Personen, die kein iPhone besitzen, so die Washington Post
Fowler wollte von Drance wissen, ob Apple Experten für häusliche Gewalt konsultiert habe, als man diese Abschreckungsmaßnahmen entwarf, hierzu lehnte sie aber eine Antwort ab und wich der Frage aus: "Wir haben keine weiteren Details über den Prozess zu teilen. Aber natürlich sind wir offen für alles, was wir von diesen Organisationen hören."
Siehe auch:
Kein effektiver Schutz
Doch die The Washington Post (WaPo) kommt zu einem völlig anderen Schluss: Denn die renommierte US-Zeitung hat sich die AirTags näher angesehen und hat Apples Schutzmaßnahmen analysiert und ausprobiert. Das Fazit: Es ist dennoch sehr einfach, einen AirTag zum Stalken zu missbrauchen. Die WaPo meint, dass der Tracker "eine neue Art des kostengünstigen effektiven Stalkings" ermögliche und die Schutzmaßnahmen von Apple "nicht ausreichend" seien.WaPo-Autor Geoffrey Fowler bat einen Kollegen, ihn eine Woche lang mit einem AirTag zu tracken, was auch gelang. Während Fahrradfahrten zeigte das Gerät Fowlers Standort alle paar Minuten mit einer Genauigkeit von etwa einem halben Block an. Wenn er zu Hause war, konnte man per AirTag seine genaue Adresse herausfinden.
Die Sicherheitsfeatures sprangen zwar an, waren laut Fowler aber bei weitem nicht ausreichend: So habe sich die Warnung erst nach drei Tagen gemeldet, der AirTag selbst spielt ein "leises Zirpen", das in einer Entfernung mit 60 Dezibel zu hören ist - also in etwa die Lautstärke einer normalen Unterhaltung.
Dazu kommt: Führt ein Android-Nutzer ein unbekanntes AirTag mit, bei dem erkennt das Smartphone den Tracker nicht und warnt auch nicht davor. In Zusammenhang mit dem Umstand, dass der AirTag-Lautsprecher gedämpft oder deaktiviert werden kann, entsteht ein leistungsfähiges Tool zum Aufspüren von Personen, die kein iPhone besitzen, so die Washington Post
Apple weicht aus
In einem Interview wurde Kaiann Drance, Apples Vice President of iPhone Marketing auf die Kritikpunkte angesprochen, allerdings gab es hier vor allem PR und keine konkreten Ankündigungen: "Dies sind die ersten starken proaktiven Abschreckungsmaßnahmen der Branche", so Drance. "Es ist ein intelligentes und abstimmbares System, und wir können die Logik und das Timing weiter verbessern, sodass wir die Abschreckung steigern können."Fowler wollte von Drance wissen, ob Apple Experten für häusliche Gewalt konsultiert habe, als man diese Abschreckungsmaßnahmen entwarf, hierzu lehnte sie aber eine Antwort ab und wich der Frage aus: "Wir haben keine weiteren Details über den Prozess zu teilen. Aber natürlich sind wir offen für alles, was wir von diesen Organisationen hören."
Siehe auch:
- iFixit zeigt, wie man selbst ein Loch in Apples AirTag bohren kann
- AirTags-Stalking: Apples schlaues System gegen heimliche Überwachung
- Marktführer zittert & wettert: Tile läuft Sturm gegen Apples AirTag
- AirTags: Apple bietet kostenlose Gravur an - aber nicht mit Flüchen
- AirTag: Apple stellt seinen intelligenten Tracker für Gegenstände vor
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