Richard Stallman kehrt zur FSF zurück, löst Sturm der Entrüstung aus

Die Free Software Foundation (FSF) wurde von Richard Stallman gegrün­det, der 68-Jährige hat auch das GNU-Projekt gestartet. Doch Stallman musste nach kontroversen Aussagen die FSF 2019 verlassen. Nun ist er dort zurück und das hat Proteste prominenter Mitglieder zur Folge.
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Bogen überspannt

Stallman ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch kontroverse Aussagen aufgefallen, doch vor eineinhalb Jahren überspannte er den Bogen, und zwar deutlich: Denn der Programmierer und Wegbereiter der Szene für freie Software wollte im Schatten der Epstein-Affäre den ehemaligen und zu dem Zeitpunkt bereits verstorbenen MIT-Professor Marvin Minsky verteidigen und meinte, dass dessen Sex mit einer 17-Jährigen vermutlich "vollständig willentlich" gewesen sei.

Das war nicht die erste Aussage, mit der Stallman mehr als unangenehm aufgefallen ist, denn vor Jahren meinte er, dass "freiwillige" bzw. einvernehmliche Pädophilie für Kinder oder Jugendliche nicht zwangsläufig schädlich sein müsse.



Stallman trat Mitte September 2019 von allen seinen Posten zurück, einerseits am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) am Massachusetts Institute of Technology (MIT), andererseits als Präsident und Aufsichtsratsmitglied der Free Software Foundation (FSF).

Doch vor einigen Tagen gab die Free Software Foundation überraschend bekannt, dass Stallman wieder an die Spitze der Non-Profit-Organisation zurückkehren wird. Doch die Mitglieder der FSF sind wegen dieser Personalie empört (via derStandard): So haben fast 3000 Menschen einen offenen Brief unterschrieben, der den sofortigen (Wieder-)Rücktritt bzw. die Absetzung Stallmans fordert.

Es gab allerdings auch prompt einen offenen Brief von Unterstützern Stallmans, dort argumentiert man u. a., dass seine kontroversen bzw. missverständlichen Aussagen nicht relevant seien, um eine Community wie die FSF zu leiten. Die Liste der Unterstützer ist zwar länger, allerdings gibt es dort keine prominenten Namen oder Organisationen, denn zu den Kritikern Stallmans zählen etwa Mozilla, SUSE, Tor Project, GNOME Foundation und viele mehr. Auch die Electronic Frontier Foundation fordern Stallman zum Rücktritt auf, Red Hat hat sogar angekündigt, dass man alle FSF-Zahlungen und Sponsorings bis auf Weiteres einstellt.
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