Chicago erlebt Carjacking-Welle - und schuld soll ein Videospiel sein
Videospiele haben sich längst im gesellschaftlichen Mainstream festgesetzt und damit sind auch "Killerspiel"-Debatten zu einem Relikt aus vergangener Zeit geworden. Doch ganz verschwunden sind sie auch 2021 nicht, wie ein aktueller Fall aus Chicago zeigt.
Jeder Spieler von Grand Theft Auto (GTA) kennt sicherlich das so genannte Carjacking, schließlich ist es eines der absolut zentralen Spielelemente: Hierbei wird die Fahrer- oder Beifahrertür eines Autos aufgerissen und der eigentliche Besitzer des Gefährts herausgeworfen. Fährt man schnell genug weg, dann kann man auch das Auto behalten.
Evans hat deshalb eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die im Wesentlichen den Verkauf gewalttätiger Games de facto verbieten würde. Bereits jetzt ist der Verkauf von Spielen mit Gewaltinhalten im Rahmen von Jugendschutzgesetzen in Illinois (wie auch überall auf der Welt) eingeschränkt. Das neue Gesetz würde aber die Definition von "Gewalt" stark erweitern.
Demnach würde dann Gewalt auch "psychische Schäden und Kindesmissbrauch, sexuellen Missbrauch, Tiermissbrauch, häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen oder Kraftfahrzeugdiebstahl, bei dem ein Fahrer oder Beifahrer zu Beginn des Diebstahls im Fahrzeug anwesend ist" umfassen.
Im Vorjahr wurden in Chicago gut 1400 Fahrzeugentführungen gemeldet, das sind laut Chicago Sun-Times etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Evans sieht die Schuld teils in Spielen: "Der Gesetzentwurf würde den Verkauf einiger dieser Spiele verbieten, die die Aktivitäten fördern, unter denen wir in unseren Gemeinden leiden." Evans meint, dass Spiele wie Grand Theft Auto "ein großes Thema in diesem Bereich geworden sind. Wenn Sie die beiden vergleichen, sehen Sie große Ähnlichkeiten, was diese Autodiebstähle angeht."
Grand Theft Auto als Vorbild?
Natürlich kommt aber kein geistig gesunder Mensch auf die Idee, dass dieses Verhalten in der Realität in Ordnung wäre bzw. dass man sich GTA zum Vorbild nehmen kann. Doch genau diese alte Sündenbock-Karte zückt nun ein Abgeordneter im US-Bundesstaat Illinois. Denn wie PCGamesN berichtet, führt der demokratische Politiker Marcus Evans Jr. den Anstieg an Fahrzeug-Entführungen auf gewalttätige Videospiele und allen voran die GTA-Reihe zurück.Evans hat deshalb eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die im Wesentlichen den Verkauf gewalttätiger Games de facto verbieten würde. Bereits jetzt ist der Verkauf von Spielen mit Gewaltinhalten im Rahmen von Jugendschutzgesetzen in Illinois (wie auch überall auf der Welt) eingeschränkt. Das neue Gesetz würde aber die Definition von "Gewalt" stark erweitern.
Demnach würde dann Gewalt auch "psychische Schäden und Kindesmissbrauch, sexuellen Missbrauch, Tiermissbrauch, häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen oder Kraftfahrzeugdiebstahl, bei dem ein Fahrer oder Beifahrer zu Beginn des Diebstahls im Fahrzeug anwesend ist" umfassen.
Im Vorjahr wurden in Chicago gut 1400 Fahrzeugentführungen gemeldet, das sind laut Chicago Sun-Times etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Evans sieht die Schuld teils in Spielen: "Der Gesetzentwurf würde den Verkauf einiger dieser Spiele verbieten, die die Aktivitäten fördern, unter denen wir in unseren Gemeinden leiden." Evans meint, dass Spiele wie Grand Theft Auto "ein großes Thema in diesem Bereich geworden sind. Wenn Sie die beiden vergleichen, sehen Sie große Ähnlichkeiten, was diese Autodiebstähle angeht."
ESA: "Keine Beweise"
Der Interessensverband der US-Spieleindustrie, die Entertainment Software Association (ESA), hat sich dazu mittlerweile geäußert und verweist darauf, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen echter und virtueller Gewalt gebe: "Unsere Branche versteht und teilt zwar die Besorgnis über die Geschehnisse in Chicago, aber es gibt einfach keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen interaktiver Unterhaltung und Gewalt in der realen Welt. Wir glauben, dass die Lösung für dieses komplexe Problem in einer gründlichen Untersuchung der tatsächlichen Faktoren liegt, die solche Verhaltensweisen antreiben, anstatt fälschlicherweise Videospielen die Schuld zuzuschreiben, die nur auf Spekulationen basieren."
Thema:
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