Telegram kontert Vorwürfe:
'Haben hunderte Gewaltaufrufe gelöscht'

Gestern wurde bekannt, dass in den USA eine Klage gegen Telegram ein­gereicht wurde. Diese wirft dem Messenger vor, nicht genug gegen Hetze und Hassinhalte zu unternehmen. Dagegen wehren sich die Betreiber und verweisen auf "Hunderte" gelöschte Gewaltraufrufe. Die Aufarbeitung der politischen Ereignisse in den USA der vergangenen Wochen und Mo­na­te, allen voran der Sturm auf das Kapitol, ist noch lange nicht zu Ende. Eine große Rolle spielen hier soziale Medien, das Auftreten von US-Präsident Donald Trump dort wird als Auslöser für viele Kontroversen und Krisen der vergangenen vier Jahre gesehen.

Auch der Mob, der am 6. Januar 2020 gewaltsam in den Sitz der US-Demokratie ein­ge­drun­gen ist, soll sich über Messenger und soziale Netzwerke organisiert haben. Dazu zählten vor allem das Twitter-Pendent Parler sowie - so der Vorwurf - auch Telegram.

Gegen den Dienst, der von London sowie Dubai aus geführt wird, liegt nun eine Klage vor, in dieser verlangt eine Non-Profit-Organisation nicht nur Schadenersatz, sondern auch den Rauswurf der Anwendung aus dem Apple App Store. Der Vorwurf: Telegram unternehme nicht genug gegen Hassrede.

Dazu hat sich nun Co-Gründer und CEO Pawel Durow in einem öffentlichen Beitrag auf Telegram zu Wort gemeldet und schreibt: "Telegram begrüßt friedliche Debatten und Proteste, aber unsere Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich die Verbreitung von öffentlichen Aufrufen zur Gewalt." Er verweist darauf, dass man diese Richtlinien in den vergangenen sieben Jahren weltweit erfolgreich durchgesetzt habe, und zwar u. a. bei Krisen in Ländern wie Belarus, Iran, Thailand und Hongkong. "Bürgerrechtsbewegungen auf der ganzen Welt verlassen sich auf Telegram, um für die Menschenrechte einzutreten, ohne dabei Schaden anzurichten."

"Wir sehen genau hin"

Laut Durow habe man aber Anfang Januar verstärkt Berichte über Aktivitäten in den USA bekommen. Entsprechend genau habe man dann auch hingesehen und Schritte gegen Gewaltaufrufe gesetzt: "Dank dieser Bemühungen haben unsere Moderatoren letzte Woche Hunderte von öffentlichen Gewaltaufrufen blockiert und abgeschaltet, die sonst Zehntausende von Abonnenten hätten erreichen können."
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