Telegram sammelt 1 Milliarde Dollar ein - Versprechen in Gefahr
Der Messenger Telegram hat mal eben über 1 Milliarde Dollar Kapital eingesammelt. Das ist allerdings ein zweischneidiges Schwert - denn so kann man die Weiterentwicklung stemmen, bringt aber auch eine feste Zusage des Gründers an die Nutzer in Gefahr.
Pavel Durov verkündete, dass unter anderem zwei Investoren aus Nahost eingestiegen sind. Jeweils 75 Millionen Dollar schießen Mubadala und Abu Dhabi Catalyst Partners in das Internet-Unternehmen. Dabei handelt es sich um Investoren aus dem arabischen Raum, die versuchen, gute Anlagemöglichkeiten für Gewinne aus dem Erdöl-Geschäft zu finden, da klar ist, dass dieses nicht mehr lange für sprudelnde Einnahmen sorgen wird.
Darüber hinaus fanden sich aber noch zahlreiche andere Geldgeber, die in Telegram offenbar eine gute Zukunftsinvestition sehen und Anleihen zeichneten. Und tatsächlich machte das Unternehmen zuletzt durch ein starkes Wachstum auf sich aufmerksam. Vor allem die Debatten um die Nutzungsbedingungen beim Marktführer WhatsApp sorgten dafür, dass zahlreiche User wechselten.
Das führt allerdings auch dazu, dass das Management auf schmalem Grat wandelt. Gründer Durov hatte seinen Nutzern immerhin versprochen, dass Telegram auf ewig selbstständig bleiben und nie verkauft werden solle. Die aktuellen Gelder werden aber über Wandelanleihen hereingeholt, die sich in Aktien mit Stimmrechten verwandeln können. Und wie lange es Anteilseigner dann beispielsweise hinnehmen werden, ein defizitäres Unternehmen zu halten, müsste sich zeigen. Hier könnte dann massiver Druck entstehen, doch einen Verkauf anzugehen.
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Darüber hinaus fanden sich aber noch zahlreiche andere Geldgeber, die in Telegram offenbar eine gute Zukunftsinvestition sehen und Anleihen zeichneten. Und tatsächlich machte das Unternehmen zuletzt durch ein starkes Wachstum auf sich aufmerksam. Vor allem die Debatten um die Nutzungsbedingungen beim Marktführer WhatsApp sorgten dafür, dass zahlreiche User wechselten.
Unabhängigkeit in Gefahr
Um das Wachstum aufrechtzuerhalten und die frisch gewonnenen Nutzer zu binden, muss einerseits an der Infrastruktur gearbeitet werden, aber auch neue Features sollen hinzukommen. Das verlangt nach Investitionen. Hinzu kommt, dass in der nächsten Zeit auch ein Kredit in Höhe von 700 Millionen Dollar zurückgezahlt werden soll. Da Telegram bisher kaum über Einnahmen aus dem operativen Geschäft verfügt, muss die Wirtschaftlichkeit auf absehbare Zeit erst einmal über Investoren geregelt werden.Das führt allerdings auch dazu, dass das Management auf schmalem Grat wandelt. Gründer Durov hatte seinen Nutzern immerhin versprochen, dass Telegram auf ewig selbstständig bleiben und nie verkauft werden solle. Die aktuellen Gelder werden aber über Wandelanleihen hereingeholt, die sich in Aktien mit Stimmrechten verwandeln können. Und wie lange es Anteilseigner dann beispielsweise hinnehmen werden, ein defizitäres Unternehmen zu halten, müsste sich zeigen. Hier könnte dann massiver Druck entstehen, doch einen Verkauf anzugehen.
Update: Telegram verwies darauf, dass die Umwandlung der Anleihen nicht automatisch geschieht. Dies kann nur geschehen, wenn das Unternehmen vor dem Rückzahlungs-Termin bereits einen Börsengang vollzieht. Dies sei aber nicht geplant.
Siehe auch:
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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