Huawei will in Europa die Hosen runterlassen - und Neues anschieben

Der chinesische Mobilfunkausrüster Huawei kämpft inzwischen relativ verzweifelt um Aufträge. In Europa lädt das Un­ter­neh­men jetzt noch einmal nachdrücklich dazu ein, Blicke tief in das Innenleben seiner Technik zu werfen und sich von der Un­be­denk­lich­keit zu überzeugen.
Mobilfunk, Huawei, 5G, Infrastruktur
Huawei
"Wir werden unser Innerstes öffnen", sagte Luigi De Vecchis, Chef von Huawei in Italien, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. "Um angemessen auf all den politischen Druck zu antworten, sind wir bereit, uns regelrecht sezieren zu lassen", führte er weiter aus. Damit will das Unternehmen den immer wieder aufkommenden Vorwürfen begegnen, in seinen Systemen seien Hintertüren versteckt, mit denen die chinesischen Behörden Zugang zu kritischen Infrastrukturen im Westen bekommen.

"Es macht mich sprachlos, dass ein Land von der Größe der Vereinigten Staaten ein anderes Land attackiert, indem es mit völlig haltlosen Vorwürfen ein Unternehmen aus diesem Land zerstört", sagte De Vecchis weiter. Der Begriff der Zerstörung ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Denn das umfassende Handelsembargo seitens der US-Regierung schneidet Huawei von diversen Zulieferern ab, die für das Geschäft des Konzerns unbedingt benötigt werden.

Huawei sucht neue Geschäftsfelder

Ans Aufgeben denkt De Vecchis allerdings nicht. "Es ist extrem unwahrscheinlich, dass Huawei aufgrund der aktuellen Situation den Markt verlässt", sagte er. In Italien will man unter anderem auch mit neuen Produkten auftreten und sich beispielsweise in der Energie-Branche engagieren, kündigte er an. Hier hat das Unternehmen IT-Infrastruktur zu bieten, die für den Aufbau der so genannten Smart Grids benötigt wird, in denen sich eine dezentrale Stromerzeugung aus regenerativen Quellen besser steuern lässt.

Der Auftritt des Huawei-Managers erfolgte während der Eröffnung des neuen Security-Zentrums des chinesischen Unternehmens in Rom. Dieses fiel eher zufällig mit dem Besuch des US-Außenministers Mike Pompeo bei der italienischen Regierung zusammen, was den oben genannten Ankündigungen De Vecchis allerdings entsprechend mehr Aufmerksamkeit einbrachte.

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