Supercomputer: Europa will USA und China nicht das Feld überlassen

Europa will beim Supercomputing nicht mehr länger in dritter Reihe stehen. Aktuell kommen die Impule in dem Bereich vor allem aus den USA und China. Eine gemeinsame europäische Initiative unter deutscher Führung soll dies nun ändern. Mit dem Europäischen Supercomputer-Kompetenznetz (EuroCC) sollen die verschiedenen Standorte, an denen Großrechner betrieben werden, zukünftig besser miteinander verbunden werden. Dabei geht es in erster Linie um einen Austausch von Erfahrungen und eine gemeinsame Arbeit an zukünftigen Projekten. Denn dies kann sich letztlich schnell zu einer wichtigen Frage der Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Welt entwickeln.

"Supercomputing ist eine wesentliche Grundlage für exzellente Wissenschaft und innovative Industrieanwendungen, denn komplexe Probleme können mit höchster Rechenleistung gelöst werden", kommentierte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die Gründung des neuen Netzwerkes laut einem Bericht von Datacenter Insider. Es gehe letztlich darum, die technologische Souveränität Deutschlands und Europas zu stärken.

Konzept steht

Bei der Hardware ist man ohnehin weitgehend von den USA und China abhängig. Hersteller von Computing-Komponenten existieren im Grunde kaum noch. Aber es fehlt nach Einschätzung der Verantwortlichen auch ein einheitlich hohes Niveau, zumindest aus zugekaufter Hardware selbst Spitzensysteme zu fertigen und zu betreiben. Das wirkt sich letztlich auch auf angrenzende Fachbereiche der Informatik aus.

In der ersten Phase des neuen EuroCC-Projektes sollen in den kommenden zwei Jahren in allen Supercomputing-Zentren Europas Audits durchgeführt werden. Dadurch soll eine Datengrundlage entstehen, auf deren Basis man das weitere Vorgehen koordinieren kann. Insgesamt wird EuroCC mit 60 Millionen Euro finanziert. Die Hälfte des Geldes steuert die EU bei, der Rest kommt von den einzelnen Mitgliedsstaaten. Der deutsche Anteil beläuft sich auf 750.000 Euro.

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