USA dehnt China-Embargo auf Supercomputer aus - vielleicht zu spät

In China dürfte es sich auszahlen, dass man seit einiger Zeit an eigenen Komponenten für das Supercomputing arbeitet. Denn jetzt wurden auch die entsprechenden Rechenzentren und die Systemhersteller auf die Embargo-Liste der USA gesetzt.
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Seitens der zuständigen Abteilung im US-Handelsministerium wurde dies damit begründet, dass die fraglichen Unternehmen und Einrichtungen mit ihren Systemen unter anderem auch an militärischen Technologien bis hin zu Massenvernichtungswaffen forschen würden - wie es in jedem Land mit Nuklearwaffen der Fall ist.

Die chinesischen Betreiber von Supercomputern werden damit vorerst komplett von der Versorgung mit Komponenten abgeschnitten, die von US-Herstellern produziert werden. Das dürfte durchaus Probleme nach sich ziehen - denn die meisten Supercomputer, die weltweit und auch in China im Einsatz sind, arbeiten mit Intel-Prozessoren. Somit können die entsprechenden Rechner aktuell nicht ausgebaut werden.

China kann es auch allein

Von dem Embargo betroffen sind die Unternehmen Tianjin Phytium Information Technology, Shanghai High-Performance Integrated Circuit Design Center und Sunway Microelectronics. Hinzu kommen die staatlichen Supercomputing-Zentren in Jinan, Shenzhen, Wuxi und Zhengzhou. Diese haben keine ausschließlich militärische Rolle, sondern rechnen vor allem für Forschungseinrichtungen aller Art.

Entsprechend sieht auch die Reaktion Chinas aus. Außenminister Zhao Lijian gab sich kämpferisch und betonte, dass man die notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um zu gewährleisten, dass der wissenschaftliche und technologische Fortschritt Chinas dadurch nicht eingeschränkt wird. Und tatsächlich hätte ein solches Embargo das Land vor einigen Jahren noch sehr hart getroffen, inzwischen hat China aber bereits diverse Fortschritte bei der Entwicklung eigener Supercomputing-Technologien gemacht.

So steht im Supercomputing-Zentrum in Wuxi mit dem Sunway TaihuLight der aktuell viertschnellste Rechner der Welt. Dieser arbeitet mit Prozessoren, die von Sunway entwickelt und produziert werden. Das System sollte belegen, dass China nicht nur in der Lage ist, schnelle Systeme zu bauen, sondern dies auch komplett unabhängig von US-Technologie zu schaffen. Insofern könnte das Embargo hier auch dazu führen, dass die Entwicklung einen ordentlichen Schub bekommt.

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