Staatliche Spionage: Chinesen sollen den Vatikan gehackt haben

Der Vatikan soll in den letzten drei Monaten von chinesischen Hackern ausgekundschaftet worden sein. Demnach haben Hacker sich Zugriff durch einen Trojaner verschafft und dann den internen E-Mail-Verkehr mitgelesen. Das geht aus einem Bericht hervor, der der New York Times vorliegt. Die NY Times schreibt, dass der Hackerangriff direkt vor wichtigen Gesprächen zwischen dem Vatikan und China stattgefunden hat. Erste Anzeichen dafür gab es im Mai. Seither sollen Unbekannte die Computer-Netzwerke des Vatikans und des Heiligen Stuhls infiltriert haben. Das gelte zudem auch für die Diözese von Hongkong und das Mailänder Seminar für auswärtige Missionen. Infografik: Das sind die erfolgreichsten Betreff-Zeilen beim PhishingDas sind die erfolgreichsten Betreff-Zeilen beim Phishing

Trojaner kundschaftet Vatikan aus

Aus einem Sicherheitsbericht des US-Unternehmens Recorded Future geht hervor, dass man hinter dem Angriff die Hackergruppe RedDelta vermutet. Die Gruppe soll im Frühjahr unter anderem einen vermeintlichen Kondolenzbrief im Namen von Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Vatikans, versendet haben. Mit im Anhang befand sich der Trojaner PlugX, schreibt Recorded Future. Dadurch konnte die Gruppe dann weitere Zugangsdaten abphishen und sich so nach und nach immer stärker in das Netzwerk einschleichen.

Hintergrund soll der Versuch gewesen sein, schon vor den offiziellen Gesprächen zwischen China und dem Vatikan bestens Bescheid zu wissen, wie sich die Geistlichen auf das Treffen vorbereiten. Diese Gespräche sollen im September starten. Es geht dabei unter anderem um ein schon vor zwei Jahren geschlossenes vorläufiges Abkommen, das die Bedingungen für die Aktivitäten der katholischen Kirche in China diktiert. Dazu gehört zum Beispiel die Ernennung von Bischöfen und der Status von Gotteshäusern in China.

Die kommunistische Partei Chinas ist dabei seit Längerem wieder dabei, religiöse Gruppen in China stärker zu kontrollieren. Die katholische Kirche ist zwar in China anerkannt, wird aber auch regelmäßig beschuldigt, die nationale Sicherheit des Landes zu bedrohen. Daher sollte RedDelta die Lage sondieren. Nun wurde RedDelta bei dem Versuch zum ersten Mal erwischt, schreibt die NY Times. Der Vatikan wollte den Vorfall auf Nachfrage bisher nicht bestätigen.

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