Mobilfunkmasten: Angst und Protestbereitschaft sind unglaublich groß

Neben mehreren anderen Hemmnissen, die den Infrastruktur-Ausbau in Deutschland immer wieder ausbremsen, gibt es eben auch eine erschreckend verbreitete irrationale Angst vor Strahlung. Welches Ausmaß diese hat, zeigt jetzt eine frische Erhebung.
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Nadine Dressler
Fast jeder Zweite fürchtet Mobilfunk-Masten als Quelle elektromagnetischer Strahlung und will sofort eine Bürgerinitiative gründen, wenn in der Nähe seines Wohnsitzes eine solche Anlage errichtet würde. Das teilte der IT-Branchenverband Bitkom mit. Auf die Segnungen der Technologie will aber kaum jemand verzichten. 86 Prozent der Bevölkerung verwendet ein Handy oder Smartphone, insgesamt sind aktuell 143 Millionen SIM-Karten in Deutschland aktiv im Einsatz.

Fragt man die Deutschen, ob sie sich für oder gegen die Errichtung von Mobilfunkmasten aussprechen, kommt jede Seite auf genau 48 Prozent, die anderen sind unentschlossen. Hauptgrund dafür, gegen neue Anlagen zu sein, ist die Angst vor gesundheitlichen Auswirkungen der Technologie. 45 Prozent nennen diesen Grund.

Angst auch vor der Steckdose

Und das bezieht sich nicht nur auf die Mobilfunk-Strahlung. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) fürchtet auch, das eine Mikrowelle ihn krank machen könnte. 24 Prozent sehen sogar in der normalen Elektroinstallation des Haushalts ein Gesundheitsrisiko. Die Sicherheitsschleusen am Flughafen, die ebenfalls mit elektromagnetischen Feldern funktionieren, machen hingegen nur 12 Prozent der Befragten Angst. Dagegen sagen lediglich 18 Prozent, generell keine elektromagnetische Strahlung zu fürchten.

"In Deutschland werden seit 35 Jahren Mobilfunknetze betrieben", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die diffusen Ängste vor Gesundheitsschäden kommen mit jeder neuen Mobilfunkgeneration wieder auf. Dabei haben weltweit Tausende wissenschaftliche Studien gezeigt, dass unterhalb der gültigen Grenzwerte keinerlei Gesundheitsgefahr besteht." Noch weitergehendere Aufklärung sieht Berg letztlich als letztes Mittel, dass weniger Menschen den diversen Verschwörungstheoretikern auf den Leim gehen.

Denn die irrationalen Ängste erzeugen nicht nur eine unschöne Stimmung in der Bevölkerung, sondern lassen auch ganz konkreten Widerstand gegen Bauprojekte entstehen. Die Bereitschaft, aktiv Proteste gegen den Aufbau von Funkmasten zu unterstützen, liegt bei immerhin 43 Prozent der Verbraucher. Etwas mehr als jeder fünfte Bürger befürwortet zwar den Mobilfunkausbau, möchte aber keinen Funkmast in der Nähe seiner Wohnung oder seines Grundstücks haben.

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