Trump-Zölle bestrafen vor allem US-Bürger, helfen der Wirtschaft nicht

Die Regierung Donald Trumps erhebt regelmäßig immer höhere und breiter angelegte Strafzölle gegen Importe aus China. Untersuchungen zeigen nun, dass die erhofften Effekte schlicht ausbleiben und stattdessen die US-Verbraucher massiv belastet werden. Die Zölle beruhen auf einer ziemlich einfachen Annahme: Waren aus China werden entweder so weit verteuert, dass sie gegenüber einheimischen Produkten weniger wettbewerbsfähig sind oder die Anbieter eben die Preise senken und so weniger Werte aus der US-Volkswirtschaft nach China fließen. Bis zu 25 Prozent werden daher an der Grenze inzwischen auf viele Produkte aufgeschlagen, die ihren Weg über den Pazifik genommen haben.

Untersuchungen von Experten der US-Notenbank zeigen nun aber, dass die erhofften Effekte schlicht nicht auftreten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Um beispielsweise Preise auf dem US-Markt stabil zu halten, hätten die Hersteller in China ihre Preise um rund 20 Prozent senken müssen. Die Statistiken zeigen jedoch, dass die Produkte lediglich um rund 2 Prozent billiger geworden sind, was auch dem der allgemeinen Entwicklung der Weltwirtschaft geschuldeten Preisverfall entspricht.

Verschiebung nur in Nischen

Und das führte in der Regel nicht dazu, dass somit steigenden Einzelhandelspreise in den USA die Produkte aus heimischer Produktion begünstigen - denn oft gibt es überhaupt kein Gegenstück aus heimischer Produktion. Entsprechend sind die Verkaufszahlen der chinesischen Produzenten kaum zurückgegangen. "Die andauernde Stabilität der Importpreise für Waren aus China bedeutet letztlich, dass die Verbraucher die Zölle zu zahlen haben", lautet das Fazit der Fed-Studie. Im Kern handelt es sich also um eine massive Umverteilung von 40 Milliarden Dollar aus den Taschen der US-Bürger in die Staatskasse.

Es gibt allerdings durchaus einige schmale Marktsegmente, in denen die chinesischen Anbieter aufgrund der Zollpolitik tatsächlich Marktanteile verloren haben. Das Geschäft machten dann aber auch hier nicht die US-Unternehmen, sondern aus anderen Ländern. Im Maschinenbau verlagern sich die Einkäufe so beispielsweise in Richtung Europas und Japans, bei Elektronik und Elektrogeräten steigen die Importe aus Malaysia, Südkorea, Taiwan und Vietnam an.

Siehe auch: Apple-CEO Tim Cook warnt Trump: Neue Strafzölle helfen Samsung
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