Kindesmissbrauch: Plattform mit 250.000 Videos - hunderte Festnahmen

In einer länderübergreifenden Aktion haben Polizeien mehrere hundert Nutzer festgenommen, die als Nutzer einer Kinderporno-Plattform identifiziert wurden. Als Betreiber der Seite wurde ein Südkoreaner enttarnt, der inzwischen schon verurteilt worden ist.
Internet, Sperre, Schere
n.a.
Nach Angaben der US-Behörden, die federführend die Ermittlungen leiteten, konnte man der Plattform im Darknet schon vor einiger Zeit habhaft werden. Allerdings ging man bisher nicht an die Öffentlichkeit, um auch Maßnahmen gegen die registrierten Nutzer vorbereiten zu können, und zwar bevor diese Verdacht schöpfen und eventuell lokal Beweise verschwinden lassen. Und diese Strategie hatte offenbar Erfolg.

Denn wie das US-Justizministerium nun mitteilte, habe man 337 Personen in verschiedenen Ländern festnehmen können, darunter in den USA, Großbritannien, Südkorea, Deutschland, Saudi-Arabien, Irland, Spanien und Brasilien. Diese hatten für ihren Zugang mit Bitcoin bezahlt und man wolle nun versuchen, die Wallet des Betreibers aufzubekommen und die Einheiten der Kryptowährung zu verkaufen, um die Erlöse den Opfern zugutekommen zu lassen.


Die Sache wird immer größer

Nach Angaben der Ermittler hatte man es hier mit einer Qualität zu tun, die man schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hat. Meist dreht es sich bei dem Thema um Foren mit begrenzten Nutzerkreisen, in denen zum überwiegenden Teil das immer gleiche Material kursiert. Doch hier wurden Zugänge zu einer Seite verkauft, die nicht nur viele Inhalte vorhielt - von 250.000 einzelnen Videos ist dabei die Rede. 45 Prozent des bisher gesichteten Materials sei den Strafverfolgern dabei auch nicht von anderen Plattformen bekannt, hier wurden also zahlreiche weitere Kinder für entsprechende Aufnahmen missbraucht.

Hier kommen entsprechend weitere Aufgaben auf die Ermittler zu. Denn es gilt, die entsprechenden Kinder zu identifizieren und sicherzustellen, dass sie nicht mehr weiter in einem Umfeld aufwachsen müssen, in dem sie solchen Risiken ausgesetzt sind. Die meisten Fälle von Kindesmissbrauch und auch der Erstellung der zugehörigen Video-Dokumentationen finden immerhin im familiären Umfeld statt.

Siehe auch: Kinderpornografie: Ermittler in NRW setzen auf KI, Microsofts hilft mit
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