Kinderpornografie: Ermittler in NRW setzen auf KI, Microsofts hilft mit
In den Bemühungen gegen die Verbreitung von Kinderpornografie kämpfen Ermittler vor allem auch gegen eine große Datenflut. Wie jetzt bekannt wurde, haben Behörden in Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit Microsoft und weiteren Experten ein KI-System entwickelt, das die Verfolgung sehr viel effektiver gestalten soll. Seit 2017 wurde getestet, jetzt gibt es erste Ergebnisse.
Wie der NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) erläutert, seien die Möglichkeiten zur Umsetzung des Projekts dabei zunächst natürlich durch rechtliche Rahmenbedingungen definiert: "Die Anwendung von Techniken künstlicher Intelligenz auf Basis von Cloud Computing und neuronalen Netzen war daher bislang unmöglich." Mithilfe der interdisziplinären Experten sei es aber gelungen, hier eine entsprechend rechtskonforme Lösung zu entwickeln.
Das beschlagnahmte Beweismaterial wird demnach zunächst von der Bilderkennungssoftware automatisch nach strafrechtlich relevantem Material durchsucht. Vor der Auswertung werden die so erhaltenen Daten dann auf den Behördensystemen mit einem sogenannten Abstraktions-Layer verfremdet, um entsprechenden rechtlichen Vorschriften zu entsprechen. "Wir haben eine Abstraktionssoftware entwickelt, die auf diesen Servern lokal läuft, die es uns ermöglicht, die Bilder soweit zu abstrahieren, sodass auf den Bildern für das menschliche Auge nichts mehr erkennbar ist", sagt Jan Kruse, Architekt für KI, Strategie und Innovation von Microsoft Deutschland. Beamte sichten am Ende dann nur, was das System als strafrechtlich relevant kennzeichnet.
Komplexe Ermittlungsarbeit, hohe Belastung für Beamte: Hilfe ist dringend nötig
Ermittlungen rund um Kinderpornografie verlangen den Behörden einiges ab. Neben der psychischen Belastung, der die Beamten bei der Sichtung von Beweisen ausgesetzt sind, ist vor allem die Masse des Ermittlungsmaterials, die für eine effektive Verfolgung ohne Hilfsmittel kaum zu bewältigen ist, ausschlaggebend. Wie der Spiegel schreibt, haben deshalb Ermittler in NRW im Jahr 2017 zusammen mit Microsoft, der Zentralstelle Cybercrime NRW (ZAC) und weiteren Experten ein Projekt gestartet, bei dem künstliche Intelligenz im Kampf gegen die Datenflut helfen soll. Jetzt wurden erste Ergebnisse des Forschungsprojekts präsentiert.Wie der NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) erläutert, seien die Möglichkeiten zur Umsetzung des Projekts dabei zunächst natürlich durch rechtliche Rahmenbedingungen definiert: "Die Anwendung von Techniken künstlicher Intelligenz auf Basis von Cloud Computing und neuronalen Netzen war daher bislang unmöglich." Mithilfe der interdisziplinären Experten sei es aber gelungen, hier eine entsprechend rechtskonforme Lösung zu entwickeln.
Das beschlagnahmte Beweismaterial wird demnach zunächst von der Bilderkennungssoftware automatisch nach strafrechtlich relevantem Material durchsucht. Vor der Auswertung werden die so erhaltenen Daten dann auf den Behördensystemen mit einem sogenannten Abstraktions-Layer verfremdet, um entsprechenden rechtlichen Vorschriften zu entsprechen. "Wir haben eine Abstraktionssoftware entwickelt, die auf diesen Servern lokal läuft, die es uns ermöglicht, die Bilder soweit zu abstrahieren, sodass auf den Bildern für das menschliche Auge nichts mehr erkennbar ist", sagt Jan Kruse, Architekt für KI, Strategie und Innovation von Microsoft Deutschland. Beamte sichten am Ende dann nur, was das System als strafrechtlich relevant kennzeichnet.
Die Zeit rennt
NRW kämpft mit diesem System auch gegen andere rechtliche Probleme. Die Kapazitäten reichen nicht aus, um alle aktuellen Verfahren in Bezug auf Kindesmissbrauch oder Kinderpornografie effektiv und vor allem zeitgerecht zu verfolgen. Dem Bundesland stehen aktuell 104 Expertenstellen zur Verfügung, ein Sachbearbeiter kann nach Behördenangaben nur 500 Bilder pro Stunde sichten. "Die große Herausforderung ist, Datenträger zeitgerecht auszuwerten, da die Ermittlungsbehörden Beweismittel nicht unverhältnismäßig lange einbehalten dürfen", so Oberstaatsanwalt Markus Hartmann. "Andernfalls besteht das Risiko, dass Beweismittel herausgegeben werden müssen, bevor sicher festgestellt ist, ob kinderpornografisches Material auf ihnen enthalten ist."
Thema:
Beliebte Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Meist kommentierte Nachrichten
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen