Adi Shamir: USA lassen renommierten Krypto-Professor nicht ins Land
Die USA könnten eine der wichtigsten wissenschaftlichen Konferenzen rund um die IT-Sicherheit verlieren. Denn selbst einer der Namensgeber des bekannten RSA-Verfahrens zur Verschlüsselung kann in diesem Jahr nicht an der RSA Conference teilnehmen, weil ihm kein Visum gewährt wurde.
Das Kürzel RSA steht für die Informatiker Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman, die dieses Public-Key-Kryptoverfahren, das eines der ersten seiner Art war, erfanden. Es gilt bis heute als einer der Standards im Bereich der IT-Security. Und entsprechend angesehen sind die drei Entwickler, die stets auch aus der Kryptoszene hervorgegangenen RSA Conference gern gesehene Redner waren.
Adi Shamir ist in diesem Jahr allerdings nicht auf der Bühne zu sehen. Wie er in einer Videobotschaft an die Teilnehmer erklärte, habe er nicht einmal eine Antwort auf seinen Visa-Antrag erhalten, den er zu Jahresbeginn gestellt hatte. Da es schlicht keine Reaktion gab, lässt sich auch schwer sagen, warum die US-Behörden dem Ersuchen nicht stattgegeben haben.
Die Angelegenheit wird mit hoher Sicherheit auch nicht gerade hilfreich für das Ansinnen des FBI-Chefs Christopher Wray sein. Dieser hatte gerade noch auf der RSA Conference dafür geworben, dass die Security-Szene und die Behörden sich näherkommen. In den letzten Jahren waren die Gräben immer tiefer geworden, als Politiker und hochrangige Beamte immer wieder gefordert hatten, dass der Staat Hintertüren zu Verschlüsselungs-Verfahren erhalten solle. Das haben Krypto-Spezialisten als klaren Angriff auf ihre Arbeit verstanden.
Siehe auch: Immer verschlüsselt: Verfassungsschutz jammert über 5G-Sicherheit
Adi Shamir ist in diesem Jahr allerdings nicht auf der Bühne zu sehen. Wie er in einer Videobotschaft an die Teilnehmer erklärte, habe er nicht einmal eine Antwort auf seinen Visa-Antrag erhalten, den er zu Jahresbeginn gestellt hatte. Da es schlicht keine Reaktion gab, lässt sich auch schwer sagen, warum die US-Behörden dem Ersuchen nicht stattgegeben haben.
Austragungsort steht in Frage
Der Informatiker deutete auch an, dass man sich überlegen werde, den Veranstaltungsort zu verlegen. "Vielleicht ist es an der Zeit zu überdenken, wie und wo wir unsere wichtige wissenschaftliche Konferenz durchführen", sagte er in seiner Botschaft. Shamir ist schon seit längerer Zeit als Professor am israelischen Weizmann-Institut tätig. Bisher findet die Konferenz in San Francisco statt.Die Angelegenheit wird mit hoher Sicherheit auch nicht gerade hilfreich für das Ansinnen des FBI-Chefs Christopher Wray sein. Dieser hatte gerade noch auf der RSA Conference dafür geworben, dass die Security-Szene und die Behörden sich näherkommen. In den letzten Jahren waren die Gräben immer tiefer geworden, als Politiker und hochrangige Beamte immer wieder gefordert hatten, dass der Staat Hintertüren zu Verschlüsselungs-Verfahren erhalten solle. Das haben Krypto-Spezialisten als klaren Angriff auf ihre Arbeit verstanden.
Siehe auch: Immer verschlüsselt: Verfassungsschutz jammert über 5G-Sicherheit
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Christian Kahle
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