Kampf um Mitarbeiter: Online-Handel hat den Arbeitsmarkt leergeräumt

Der anhaltende Boom im Online-Handel hat unmittelbar Auswirkungen auf die Paketzustellbranche. Da der Arbeitsmarkt für passendes Personal langsam aber sicher an seine Grenzen kommt, werben Unternehmen mittlerweile auch von der Konkurrenz ab. Die Anbieter wollen außerdem wieder einmal die Gebühren erhöhen und neue Zustellwege etablieren.
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Der Arbeitsmarkt für Paketzusteller scheint fast ausgereizt

Der Online-Handel und die Zusteller-Branche bilden eine enge Schicksalsgemeinschaft, die in den letzten Jahren immer wieder mit echten Wachstumsschmerzen zu kämpfen hatte. Das Problem: Die Prognosen für den Online-Handel sind weiter euphorisch, die Paketdienste kommen aber schon jetzt oft an ihre Grenzen. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt hat der Hermes-Deutschland-Chef Olaf Schabirosky jetzt erläutert, warum seine Branche aktuell vor einem großen Problem steht: "Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt", so Schabirosky. Infografik: Paketdienste verdienen immer weniger pro PaketPaketdienste verdienen immer weniger pro Paket Wie der Hermes-Chef weiter ausführt, sorge der anhaltende Boom im E-Commerce aktuell für eine deutliche Verschärfung der Konkurrenzsituation bei Zustellunternehmen. "Es gibt Mitbewerber, die in der Lage sind höhere Löhne zu zahlen. Teilweise wird gezielt abgeworben. Im Laufe des Jahres haben wir dadurch etwa 1000 Fahrer verloren", so Schabirosky zur aktuellen Situation in seinem Unternehmen. Aktuell beschäftigt Hermes rund 10.000 Fahrer, im Weihnachtsgeschäft kommen 3000 Saisonkräfte dazu.

Um für Mitarbeiter wieder attraktiver zu werden, will Hermes eine anstehende Erhöhung der Paketpreise in Lohnsteigerungen für Fahrer investieren - allerdings könne dies nicht ruckartig passieren: ""Aktuell haben wir einen Mindestlohn von 9,50 Euro ausgerufen. In etwa vier Jahren kommen wir bei 12 Euro an", so der Hermes-Chef. Um diese Steigerung zu finanzieren, soll der Paketpreis schrittweise um 50 Cent angehoben werden.

Die Haustür ist das Problem

Klar scheint dabei auch, dass die Paketzusteller in den nächsten Jahren verstärkt auf Alternativen zur Zustellung bis zur Haustür setzen wollen. Wie Post-Chef Frank Appel gegenüber der Welt am Sonntag ausführt, liegt hier eines der größten Probleme: "Faktisch sind die letzten 50 Meter bis zur Haustür der teuerste Teil unserer Dienstleistung. Genau dort lässt sich aber die Effizienz kaum mehr steigern."
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