Microsoft & Co. halten Nutzer mit allerhand Tricks vom Datenschutz ab

Microsoft und Co. arbeiten mit diversen Tricks, um die Nutzer weiterhin dazu zu bringen, der Übermittlung und Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten zuzustimmen. Oft sind es kleine, fast schon unscheinbare Details mit hoher psychologischer Wirkung, in anderen Fällen wird der alternative Weg sehr offensichtlich schwer gemacht. Angesichts der strengeren Regeln, die mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung festgezurrt wurden, haben norwegische Verbraucherschützer genauer analysiert, mit welchen Tricks die großen Internet-Konzerne arbeiten, damit sie nicht von der wertvollen Ressource "Nutzerdaten" abgeschnitten werden. Und Beispiele dafür finden sich quasi bei allen möglichen Anbietern.

Um die Nutzer davon abzuhalten, von ihren Rechten zum Schutz der Privatsphäre Gebrauch zu machen, kommen oft Mechanismen des so genannten Nudgings zum Einsatz. Dabei handelt es sich um kleine, aber effektive Tricks, die scheinbar eine freie Entscheidung zulassen, in Wirklichkeit aber recht effektiv Stupser in die gewünschte Richtung geben.


Bei Microsoft zeigt sich das beispielsweise an den Wahlmöglichkeit auszuwählen, ob Telemetrie- und Diagnose-Daten nach Redmond geschickt werden dürfen. Der Anwender hat in den Einstellungen von Windows 10 die freie Wahl - ob er nun mit dem schön strahlenden Schalter die Datenübermittlung erlaubt oder sie mit dem ausgegrauten Button verbietet. Und wenn man die Zustimmung der Anwender dafür haben will, diese mit einer Advertising-ID zu verknüpfen, bietet man für das Ja eine Zielscheibe an, bei der ein Pfeil genau in die Mitte getroffen hat, und für das Gegenteil eine leere Zielscheibe.

Es geht auch schlimmer

Während diese Dinge noch ziemlich subtil sind, geht es bei anderen Anbietern teilweise recht plump zur Sache. Google setzt bei der Bitte um Erlaubnis, personalisierte Werbung anzeigen zu dürfen, auf eine bewusst verwirrende Designsprache, lange Texte und ähnliches, um den Nutzer in die gewünschte Richtung zu dirigieren. Auch werden lediglich die negativen Folgen einer Entscheidung pro Datenschutz gezeigt, die Gegenargumente schlicht verschwiegen.

Ähnlich verwirrend ist es bei Facebook, die eigenen Interessen durchzusetzen. Auch hier werden die Buttons für eine Auswahl im Interesse des Unternehmens sehr viel auffälliger dargestellt. Weiterhin muss man sich durch verwirrende Menüs klicken und sich erst einmal über die Bedeutung völlig ungebräuchlicher Bezeichnungen klar werden, bevor man die Optionen findet, die aus Verbrauchersicht besser sind.

Download W10Privacy - Mehr Datenschutz für Windows 10 Siehe auch: Datenschutz-Updates für ältere Windows 10-Versionen verfügbar
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