Stinkefinger an Staatshacker:
iOS 11.4 schaltet Port nach 7 Tagen ab

Apple reagiert ziemlich verschnupft auf die stolzen Berichte der Firma Grayshift, den Behörden jedes iPhone öffnen zu können. In iOS 11.4 werden daher nicht einfach einige Kryptoverfahren verbessert, sondern demonstrativ der gesamte Zugang zu dem Gerät mit einem Ablaufdatum versehen: Nach sieben Tagen schaltet sich der Lightning-Port einfach ab.
iPhone 5, Lightning, apple iPhone 5
Apple
Das Feature wird als "USB Restricted Mode" bezeichnet und soll nach offizieller Darstellung natürlich die Daten des Nutzers vor Kriminellen schützen. Diese sollen gar nicht erst die Gelegenheit bekommen, ein geklautes iPhone einfach durch hinreichenden Zeitaufwand irgendwann geöffnet zu bekommen. Da aber ohnehin kaum ein einfacher Dieb über die Ressourcen verfügt, die Schutzbarrieren eines Apple-Smartphones zu überwinden, darf man die Aktivierung des Features durchaus als Stinkefinger in Richtung Grayshift verstehen.

Wenn Behörden nun also ein Gerät beschlagnahmen, müssen sie sich schon ordentlich beeilen. Wenn binnen eines Zeitraums von sieben Tagen kein regulärer Zugangs-Code eingegeben oder das Smartphone mit einem vertrauenswürdigen Rechner verbunden wird, macht das Gerät einfach die Schotten dicht. Das bedeutet, dass der Lightning-Anschluss, über den eine USB-Verbindung zum iPhone möglich ist, einfach keine Daten mehr entgegennimmt. Grayshift GrayKeyGrayKey-Box: iPhones müssen jetzt sehr schnell angeschlossen werden

Eile ist angesagt

In der aktuellen Beta des Apple-Betriebssystems ist die Funktion angeschaltet. Bei Elcomsoft hat man dies mit einem entsprechenden Test belegen können. Nach der genannten Wochenfrist konnte das Smartphone über den Kabelanschluss nur noch aufgeladen werden. Um dann wieder an die Inhalte zu kommen benötigt man auf jeden Fall den korrekten Zugangs-Code.

Für IT-Forensiker bedeutet dies, dass sie sich ziemlich beeilen müssen, auch wenn sie prinzipiell Zugang zu Hacking-Tools haben, mit denen man ein beschlagnahmtes iPhone zugänglich machen kann. Denn letztlich ist ja meist auch nicht klar, wie lange ein sichergestelltes Gerät bereits nicht aktiviert wurde, als die Behörden es in die Finger bekamen.

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