WLAN-Anonymisierer wurde unter mysteriösen Umständen gestoppt
Nur wenige Wochen vor dem angekündigten Verkaufsstart ist das Proxyham-Projekt, mit dem eine Anonymisierung der WLAN-Nutzung ermöglicht werden sollte, unter etwas seltsamen Umständen gestoppt worden. Die Prototypen, Geräte-Baupläne und Source Codes wurden offenbar vernichtet.
Proxyham wurde erst kürzlich vom Sicherheitsforscher Benjamin Caudill, der bei Rhino Security Labs arbeitet, präsentiert. Dabei handelt es sich im Grunde um einen sehr kleinen WLAN-Repeater, den der Anwender an einer beliebigen Stelle verstecken kann. Dieser verbindet sich auf der einen Seite mit einem WLAN in seiner Nähe und stellt auf der anderen Seite eine Datenfunk-Verbindung zum Nutzer her. Da diese über größere Distanzen funktioniert als ein herkömmliches WLAN, kann der reale Standort des Anwenders deutlich besser verschleiert werden.
Rund 200 Dollar sollte das Gerät anfangs kosten. Seitens der Hardware besteht es im Wesentlichen aus einem Raspberry PI, mehreren Antennen und anderen Komponenten. Die Reichweite der Funkverbindung soll rund 4 Kilometer betragen. Dadurch wäre es beispielsweise möglich, den Proxyham in einem Buch zu verstecken, das in der nächsten Bibliothek mit einem öffentlichen WLAN steht. Wo in dem großen Umkreis der eigentliche Nutzer dann zu finden ist, bleibt bei etwaigen Nachforschungen verborgen.
Die ersten Geräte sollten auf der Hacker-Konferenz Defcon zu haben sein - begleitet von einem Vortrag zum Thema Anonymisierung. Beides wurde nun aber abgesagt, berichtet ZDNet. Seitens der Rhino Labs gab es hierzu aber keine weiteren Erläuterungen. Seitdem kochen die Mutmaßungen um die Hintergründe natürlich hoch - und es gibt verschiedene, mehr oder weniger plausible Erklärungsversuche.
Angesichts der fehlenden Erklärungen vermuten einige natürlich, dass eine Behörde oder ein Geheimdienst interveniert hat. Denn diese haben sicherlich kein Interesse daran, dass Nutzer mit einem solchen System ausgestattet werden. Die US-Behörden haben mit ihren so genannten Gag-Orders auch die Möglichkeit, jede öffentliche Stellungnahme eines Betroffenen zu unterbinden: Wird eine Angelegenheit als wichtig für die nationale Sicherheit eingestuft, darf man nicht nur nicht darüber sprechen, welche Weisungen man erhalten hat, sondern sogar, dass überhaupt eine Kontaktaufnahme seitens einer staatlichen Stelle stattfand.
Auf der anderen Seite ist aber fraglich, warum der Staat ein solches System wirklich verbieten sollte - immerhin gibt es auch genügend andere Anonymisierungs-Tools, die teils sogar aus Steuergeldern gefördert werden. So vermuten andere, dass der Hersteller schlicht einen Rückzieher machte, weil der Betrieb des Systems auf den vorgesehen Frequenzen nicht legal ist. Aber auch dieser Grund wird wiederum angezweifelt, da diese Tatsache schon vor der ersten Ankündigung bekannt gewesen wäre und auch nicht damit zu rechnen wäre, dass die Behörden hier mit aller Härte durchgreifen.
Am wahrscheinlichsten scheint daher eine recht triviale Erklärung: Das technische Design könnte schlicht gegen Patentrechte Dritter verstoßen und die Entwickler haben die Sache nicht sonderlich glücklich kommuniziert. Das würde aber wohl dazu führen, dass hier bald mehr Details bekannt werden. Man darf also gespannt sein und sich bei Interesse mit in die rege Diskussion einschalten.
Rund 200 Dollar sollte das Gerät anfangs kosten. Seitens der Hardware besteht es im Wesentlichen aus einem Raspberry PI, mehreren Antennen und anderen Komponenten. Die Reichweite der Funkverbindung soll rund 4 Kilometer betragen. Dadurch wäre es beispielsweise möglich, den Proxyham in einem Buch zu verstecken, das in der nächsten Bibliothek mit einem öffentlichen WLAN steht. Wo in dem großen Umkreis der eigentliche Nutzer dann zu finden ist, bleibt bei etwaigen Nachforschungen verborgen.
Die ersten Geräte sollten auf der Hacker-Konferenz Defcon zu haben sein - begleitet von einem Vortrag zum Thema Anonymisierung. Beides wurde nun aber abgesagt, berichtet ZDNet. Seitens der Rhino Labs gab es hierzu aber keine weiteren Erläuterungen. Seitdem kochen die Mutmaßungen um die Hintergründe natürlich hoch - und es gibt verschiedene, mehr oder weniger plausible Erklärungsversuche.
Angesichts der fehlenden Erklärungen vermuten einige natürlich, dass eine Behörde oder ein Geheimdienst interveniert hat. Denn diese haben sicherlich kein Interesse daran, dass Nutzer mit einem solchen System ausgestattet werden. Die US-Behörden haben mit ihren so genannten Gag-Orders auch die Möglichkeit, jede öffentliche Stellungnahme eines Betroffenen zu unterbinden: Wird eine Angelegenheit als wichtig für die nationale Sicherheit eingestuft, darf man nicht nur nicht darüber sprechen, welche Weisungen man erhalten hat, sondern sogar, dass überhaupt eine Kontaktaufnahme seitens einer staatlichen Stelle stattfand.
Auf der anderen Seite ist aber fraglich, warum der Staat ein solches System wirklich verbieten sollte - immerhin gibt es auch genügend andere Anonymisierungs-Tools, die teils sogar aus Steuergeldern gefördert werden. So vermuten andere, dass der Hersteller schlicht einen Rückzieher machte, weil der Betrieb des Systems auf den vorgesehen Frequenzen nicht legal ist. Aber auch dieser Grund wird wiederum angezweifelt, da diese Tatsache schon vor der ersten Ankündigung bekannt gewesen wäre und auch nicht damit zu rechnen wäre, dass die Behörden hier mit aller Härte durchgreifen.
Am wahrscheinlichsten scheint daher eine recht triviale Erklärung: Das technische Design könnte schlicht gegen Patentrechte Dritter verstoßen und die Entwickler haben die Sache nicht sonderlich glücklich kommuniziert. Das würde aber wohl dazu führen, dass hier bald mehr Details bekannt werden. Man darf also gespannt sein und sich bei Interesse mit in die rege Diskussion einschalten.
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Christian Kahle
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