Google hat zunehmend Sand im Getriebe und kauft sich die Politik

Der Suchmaschinenkonzern Google muss langsam aber sicher lernen, dass einer ständigen Weiterentwicklung nach oben auch Grenzen gesetzt sind. Aktuell deuten sich die Probleme erst an, die aber eines Tages schwerwiegende Folgen für den Konzern haben könnten. Die aktuellen Bilanzen, die das Unternehmen gestern vorstellte, lassen sich um Grunde in zwei wesentlichen Punkten zusammenfassen: Die so wichtigen Werbeanzeigen bringen weniger ein und die Ausgaben für die benötigte Infrastruktur gehen nach oben. Zwar wächst Google weiterhin stark, doch das Management muss sich etwas einfallen lassen.

Im abgelaufenen Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von nun 16,52 Milliarden Dollar. Das sind immerhin 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings hatten die Analysten hier mit einem noch besseren Ergebnis kalkuliert. Hinzu kommt, dass das Wachstum sich nicht auch auf die Gewinne übertrug. Netto ging es hier um 5 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar nach unten.

Das Heiligtum in Googles Geschäftsmodell ist die Werbung, andere Einnahmen gibt es kaum. Die wesentlichen Aktivitäten des Unternehmens sind darauf ausgerichtet, noch mehr Plätze zu schaffen, an denen den Nutzern Anzeigen präsentiert werden können. Entsprechend schmerzlich ist es, wenn der Konzern für jeden Klick weniger bekommt. Im Durchschnitt sanken die Erträge hier zuletzt um weitere 2 Prozent pro Klick - ein Trend, der schon länger anhält. Infografik: Google: Einnahmen pro Werbeklick sinkenGoogle: Einnahmen pro Werbeklick sinken Dem stehen steigende Ausgaben für Immobilien, in denen Datenzentren installiert werden, und die dort installierte Hardware gegenüber. Hier musste Google im vergangenen viertel Jahr immerhin 3,35 Milliarden Dollar ausgeben, das sind 37 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Der Super-Lobbyist

Deutlich kleiner, aber trotzdem beachtenswert, ist die Entwicklung eines anderen Postens. Wie viele Unternehmen versucht auch Google, sich mit Spenden an US-Politiker Einfluss auf die Politik zu sichern. Während bei dieser Lobbyarbeit in der Regel die großen Banken in der Kritik stehen, sich genehme Regelungen zu erkaufen, muss eines der einflussreichsten Unternehmen im Internet hier unzweifelhaft mit einbezogen werden. Denn aus den Kassen Googles fließen inzwischen höhere Beträge an die beiden großen Parteien der USA, als von der berüchtigten Investmentbank Goldman Sachs. 1,43 Millionen Dollar waren es bisher in diesem Jahr.
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