Gesundheitskarte: Ärzte verweigern sich als Daten-Überprüfer
Die Ärzteschaft hat es auf ihrem Jahreskongress abgelehnt, zukünftig einen Teil der Arbeit der Krankenkassen zu übernehmen, nur damit die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zu einem erfolgreichen Projekt wird. Das ergab die Beschlusslage des 117. Deutschen Ärztetages.
Die Delegierten lehnten demnach die Übertragung des Online-Managements der Versichertenstammdaten auf die Ärzteschaft ab. Hier handle es sich um eine Verwaltungsaufgabe der Krankenkassen, hieß es. Nach den bisherigen Planungen sollten es die Ärzte gewährleisten, vierteljährlich zu überprüfen, ob die Angaben wie etwa zur Anschrift der Versicherten, noch stimmen.
Ein weiterer Anlass für die strikte Ablehnung der Überprüfung der Stammdaten sind die zurückliegenden Vergabe-Modalitäten. Hier wurden ohne weitere Prüfungen die von den Versicherten eingesandten Fotos zur Identifikation auf die Karten gedruckt. Abgesehen davon, dass es hier einige offensichtliche Falschangaben gibt - etwa wenn statt des eigenen Passbildes Fotos von Figuren beliebter Kinderfernsehserien eingeschickt wurden - kann es auch beabsichtigte Täuschungen geben. Angesichts dessen, dass von den Krankenkassen rund 60 Millionen Karten ohne Identitätsprüfung ausgegeben wurden, wollen die Ärzte nun nicht die Suppe auslöffeln, indem sie auch noch die Personalausweise kontrollieren.
Um dem Problem zu entkommen, verlangte der Ärztetag eine entsprechende Änderung der zugrundeliegenden Gesetze. "Eine Telematikinfrastruktur, die auf Zwang oder gesetzlichen Druck setzt, wird keinen Erfolg haben", heißt es im fraglichen Beschluss. Außerdem müsse der Datenschutz und die Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht garantiert sein, was angesichts der Vergabepraxis bei den aktuellen eKG nicht der Fall ist.
Ärzte wollen nicht noch mehr Bürokratie
Grundsätzlich stehen die Ärzte laut eigenem Bekunden neuen elektronischen Anwendungen offen gegenüber, wenn sie die medizinische Versorgung der Menschen verbessern. Ablehnend reagiert man hingegen darauf, wenn dadurch auf die einzelnen Praxen noch mehr bürokratischer Aufwand zukommt, als jetzt schon zu bewältigen ist.Ein weiterer Anlass für die strikte Ablehnung der Überprüfung der Stammdaten sind die zurückliegenden Vergabe-Modalitäten. Hier wurden ohne weitere Prüfungen die von den Versicherten eingesandten Fotos zur Identifikation auf die Karten gedruckt. Abgesehen davon, dass es hier einige offensichtliche Falschangaben gibt - etwa wenn statt des eigenen Passbildes Fotos von Figuren beliebter Kinderfernsehserien eingeschickt wurden - kann es auch beabsichtigte Täuschungen geben. Angesichts dessen, dass von den Krankenkassen rund 60 Millionen Karten ohne Identitätsprüfung ausgegeben wurden, wollen die Ärzte nun nicht die Suppe auslöffeln, indem sie auch noch die Personalausweise kontrollieren.
Um dem Problem zu entkommen, verlangte der Ärztetag eine entsprechende Änderung der zugrundeliegenden Gesetze. "Eine Telematikinfrastruktur, die auf Zwang oder gesetzlichen Druck setzt, wird keinen Erfolg haben", heißt es im fraglichen Beschluss. Außerdem müsse der Datenschutz und die Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht garantiert sein, was angesichts der Vergabepraxis bei den aktuellen eKG nicht der Fall ist.
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Christian Kahle
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