Gerücht: Aus für elektronische Gesundheitskarte nach Bundestagswahl

Ein Interview des Vorstandschefs der AOK Bayern mit der Nachrichten­agentur dpa lässt die Diskussion rund um die elektronische Gesund­heits­karte wieder aufleben. Die Bundesregierung soll jetzt Pläne haben, die umstrittene Karte nach der Bundestagswahl für gescheitert zu erklären. Die elektronische Gesundheitskarte soll vor dem Aus stehen. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR) seit einigen Tagen und hat nun noch einmal einen Bericht nachgelegt, in dem Helmut Platzer, seines Zeichen Vorstandschef der AOK Bayern, die Informationen zum Aus aus gut informierten Kreisen bestätigt. Laut Platzers Zitat bei der dpa sei es "unsicherer denn je, wann die Gesundheitskarte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt". Hintergrund ist, dass die elektronische Gesundheitskarte noch immer vielmehr als Bestätigung für die Krankenversicherung genutzt wird als als elektronische Gesundheitsakte. Infografik: Elektronische GesundheitskarteElektronische Gesundheitskarte

Die Kritik aus den Kreisen der Krankenkassen und der Ärzte vor Ort war dabei in den letzten Jahren ungebrochen stark. Die Politik hat dennoch an den Plänen festgehalten und die elektronische Gesundheitskarte zu einem Milliardengrab werden lassen, so der BR.

Versagen eingestehen

Nun gäbe es eindeutige Hinweise von Mitarbeiter von Ärzteverbänden und den gesetzlichen Krankenkassen, dass die Bundesregierung das Versagen eingestehen will und die Karte als gescheitert betrachtet. Eine offizielle Verlautbarung dazu soll aber erst nach der Bundestagswahl im September geplant sein.

Wie es dann mit dem in den letzten Jahren teils unter Zwang verbreiterten Angebot der Karte weitergeht ist nicht bekannt.

Schon zum 1. Januar 2006 sollte die neue Karte nach einer ersten Testphase eingeführt werden. Doch erst drei Jahre später folgte der Start, dann auch nur in einem Abrechnungsbezirk der Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen. Seither machte die elektronische Gesundheitskarte immer wieder aufgrund von Sicherheitsbedenken von sich Reden.
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