Gaia: Mrd. Pixel für ein neues Bild der Milchstraße

Eine der am weitesten entwickelten Kameras wurde heute auf die Reise geschickt, um in den kommenden Jahren ein bisher noch nicht dagewesenes Bild der Milchstraße entstehen zu lassen.
Satellit, Esa, Gaia
Esa
Bei dem heute gestarteten Satelliten "Gaia" handelt es sich um eine der bedeutendsten Missionen der letzten Zeit. Konzipiert wurde das Projekt von der europäischen Raumfahrtorganisation Esa. Rund 740 Millionen Euro hat die vor 20 Jahren begonnene Entwicklung und der Bau des neuen Weltraum-Observatoriums gekostet, das am Vormittag seine Reise zum Lagrange-Punkt 2 angetreten hat.

Der Satellit trägt zwei Teleskope mit sich, die mit einem Aufnahme-Sensor verbunden sind, der rund eine Milliarde Pixel in sich vereint. Daran angeschlossen sind mehrere Instrumente, die verschiedene Strahlungsarten erfassen und Spektralanalysen durchführen können. Diese sollen zusammen die Standorte und die Bewegungen von vielen Milliarden Objekten in unserer Galaxis erfassen und damit eine Karte erstellen, die um ein Vielfaches genauer als alles ist, was bisher zur Verfügung stand.

Dabei entsteht aber bei weitem nicht nur ein Abbild der Milchstraße. Zusätzlich sollen auch Helligkeit, Temperatur und Zusammensetzung der jeweiligen Objekte erfasst werden. Bestimmte Sterne - insgesamt 150 Millionen Stück - werden dabei auch als Bewegungs-Marker genutzt. Aus ihren Vektoren wollen die beteiligten Wissenschaftler weit in die Vergangenheit zurückrechnen und tiefere Einblicke in die Geschichte der Galaxie erhalten.

Neben Sternen wird Gaia aufgrund der hohen Empfindlichkeit der Instrumente aber voraussichtlich auch zahlreiche Objekte finden, die bisher noch nicht bekannt sind: Kometen und Asteroiden an den Grenzen unseres Sonnensystems, Planeten in anderen Systemen, Reste früherer Sterne und vielleicht auch "Sterne", die sich irgendwo im leeren Raum befinden und nie genügend Masse sammeln konnten, um zu zünden.
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