Große Kollision: Forscher ziehen Milchstraßen-Crash deutlich nach vorn

Weltall, Radioteleskop, Milchstraße, Schwarzes Loch Bildquelle: SARAO
Bisher waren Astronomen davon ausgegangen, dass der Milchstraße erst in vier bis fünf Milliarden Jahren ein Zusammenstoß mit einem kosmisch­en Nachbarn bevorsteht. Ein Forschungsteam will diesen Termin aber jetzt deutlich nach vorne verlegen. Demnach könnte unserer Heimat­galaxie bereits in zwei Milliarden Jahren eine große Kollision bevorstehen.

Da knallt es schon deutlich früher im Kosmos

Kollisionen mit anderen Galaxien sind in der Geschichte der Milchstraße keine Seltenheit. Wissenschaftler schließen aus Sternströmen und massereichen Schwarzen Löchern in deren Halo darauf, dass es vor rund zehn Milliarden Jahren zum bisher heftigsten Zusammenstoß mit einer anderen Galaxie gekommen war. Schaut man in die Zukunft, war bisher die Meinung akzeptiert, dass der Milchstraße in rund vier bis fünf Milliarden Jahren eine Verschmelzung mit der Andromeda-Galaxie - unserem größten kosmischen Nachbarn - bevorsteht. Ein Forscher-Team sieht jetzt aber aus anderer Richtung wesentlich früher ein solches Szenario auf uns zurollen.
Daten der Gaia-MissionGrober Überblick über die Milchstraße... Daten der Gaia-Mission...und die Bewegung ihrer Nachbarn.
"Dieses allgemein akzeptierte Szenario ignoriert einen Feind im Inneren: Die Große Magellansche Wolke (GMW)", sagen Marius Cautun von der Durham University und sein Team. Ihre Erkenntnisse (via Scinexx) lassen nach eigener Aussage den Schluss zu, dass sich ein Crash zwischen der Zwerggalaxie mit dem Namen "Große Magellansche Wolke" und unserer Heimatgalaxie wesentlich früher ereignen könnte, als dies bei der Andromeda-Galaxie erwartet wird. Die Berechnungen zur Bewegung der 160.000 Lichtjahre entfernten GMW waren demnach bisher unter falschen Annahmen erstellt worden.

So sprechen jüngste Beobachtungen laut dem Team dafür, dass sich die Zwerggalaxie aus deutlich mehr dunkler Materie zusammensetzt, als dies bisher angenommen wurde. Diese zusätzliche Masse hätte einen entscheidenden Einfluss auf die Flugbahn unseres kleinen kosmischen Nachbarn. "Obwohl sich die GMW zurzeit von der Milchstraße wegbewegt, werden die auf diese massereiche Galaxie wirkenden dynamischen Kräfte ihrem Flug Energie entziehen", so die Forscher. "Dadurch wird sie in rund einer Milliarde Jahren umkehren und wieder auf das Milchstraßenzentrum zurücksteuern."

Deutliche Veränderung erwartet

Im beschriebenen Szenario kommen dann große Änderungen auf die Milchstraße und den kleinen Kollisionpartner zu. Die GMW wird sich bei der Kollision komplett auflösen und von der Milchstraße aufgenommen. Die Simulationen zeigen, dass die Milchstraße ihre heutige Form mit Sternenscheibe und zentralem Bulge zwar behalten wird, durch den Zustrom großer Materialmengen könnte das zentrale Schwarze Loch aber bis auf das Achtfache der heutigen Masse anschwellen.

"Das wird das Schwarze Loch im Milchstraßenzentrum aufwecken und zu einem aktiven Galaxienkern machen - einem Quasar", berichtet Cautun. "Unsere Nachfahren könnten dann ein spektakuläres kosmisches Schauspiel erleben: ein Feuerwerk extrem heller Strahlen-Jets, die vom Zentrum unserer Galaxie ausgehen", so Cautuns Kollege Carlos Frenk zu dem Szenario.

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