Kalifornien ebnet Weg für elektronische Kennzeichen

Der State Senate des US-Bundesstaates Kalifornien hat das Gesetzgeber-OK für einen Pilotversuch im Zusammenhang mit elektronischen Auto-Kennzeichen gegeben. Das Projekt ist bis Ende 2016 befristet und hat außerdem weitere Auflagen.
Wie Ars Technica berichtet, hat das Parlament des US-Bundesstaates Kalifornien seine Erlaubnis erteilt, ein derartiges System zu Registrierung bzw. Identifizierung von Kraftfahrzeugen zu testen. Neben der Befristung bis 1. Januar 2017 sieht die Gesetzesvorlage vor, dass maximal 0,5 Prozent aller in Kalifornien zugelassenen Fahrzeuge daran teilnehmen darf.

Das Projekt, das bei Datenschützern naturgemäß sehr umstritten ist, sieht vor, dass die derzeitigen Metall-Nummernschilder durch Bildschirme ersetzt werden. Dort ist nicht nur das entsprechende Kennzeichen zu lesen, sondern auch das kalifornische Äquivalent zur TÜV-Plakette, das eine gültige Zulassung anzeigt.

Diese elektronische Nummerntafel soll dann (vermutlich per Mobilfunknetzwerk) mit einem zentralen Server verbunden sein, sodass stets die aktuelle Information auf derartigen Außen-Displays vermerkt ist. Vorstellbar ist es außerdem, dass man auf diesen elektronischen Kennzeichen auch Informationen wie "Abgelaufen" (bezüglich Zulassung) oder "Gestohlen" anzeigt, gerade letzteres würde wohl den Polizeibehörden die Ermittlungen wesentlich erleichtern.

Gegner derartiger Auto-Tafeln befürchten allerdings, dass der (Bundes-)Staat damit die Möglichkeit bekommen würde, Autos direkt orten zu können, was dank der Funk-Verbindung wohl auch leicht funktionieren würde. In der Theorie wäre dadurch auch eine spätere Nachverfolgung früherer Standorte des Autobesitzers möglich.

Der nun beschlossene Gesetzestext enthält entsprechende Einschränkungen hinsichtlich der Privatsphäre. Diese betreffen aber laut EFF-Anwalt Lee Tien zwar die Zulassungsbehörde, das für die Umsetzung verantwortliche Unternehmen hätte aber dennoch Zugriff auf die dadurch entstehenden Daten. Nach derzeitigem Stand (allzu viele Details zu einer etwaigen Umsetzung liegen bisher nicht vor) sollen die ersten Tests mit Unternehmen, die Fahrzeugflotten besitzen, durchgeführt werden, genannt werden konkret Paketzustelldienste wie FedEx und UPS.

Siehe auch: Kalifornien erlaubt offiziell automatisierte Fahrzeuge
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