Autobauer VW wurde Opfer eines gezielten Angriffs

Im Sommer des letzten Jahres wurde der Automobilkonzern Volkswagen Opfer eines gezielten Angriffs auf seine IT-Systeme. Dieser erfolgte mit einem Trojaner, der in einer Datei namens "newvw.exe" verborgen war. Das berichtet das Nachrichtenmagazin 'Focus' (heutige Ausgabe) unter Berufung auf einen Insider sowie interne Unterlagen von VW. Der Insider, ein führender Sicherheitsmitarbeiter von VW, schilderte gegenüber dem Magazin detailliert die Auseinandersetzung mit den Internet-Kriminellen, die das Unternehmen attackierten. Die Angreifer gingen wohl zielgerichtet gegen Systeme des Unternehmens vor, um Informationen über Interna zu erhalten.

In einer Nachricht der "Priorität 1", die die IT-Sicherheitsleute von VW versandten und die dem 'Focus' vorliegt, wurden die Standorte des Konzerns weltweit angewiesen, ihre Rechner umgehend nach nach der fraglichen Malware zu durchsuchen. Sicherheitsmaßnahmen zur Abwehr der Attacke seien "sofort umzusetzen", damit mögliche Datenlecks schnell geschlossen werden können, hieß es. VW will sich zu der Attacke offiziell allerdings nicht äußern.

Die Internet-Spione sind dem Abteilungsleiter Cyber-Sicherheit beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Hartmut Isselhorst, zufolge für die deutsche Wirtschaft "eine folgenschwere Bedrohung". Derzeit seien die Kriminellen besonders aktiv, so Iselhorst. Seine Behörde entdeckt täglich 20.000 infizierte Web-Seiten und 60.000 neue Schadprogramme im Internet - potenzielle Einbruchswerkzeuge für Datendiebe.

Der Leiter der europäischen Task-Force gegen Cyber-Kriminalität, Paul Gillen, sagte, Internet-Spionage habe sich zu einem regelrechten Wirtschaftszweig entwickelt. "Wir haben es mit organisierter Kriminalität zu tun." Gillen verantwortet die vor wenigen Wochen gestartete Spezialtruppe, mit der Europol die wachsende Bedrohung aus dem Netz bekämpfen will.
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