IT-Wirtschaft fürchtet Nachteile durch neue Steuern
Pläne des Bundesrates, die Steuerbefreiung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen bei einem Anteilsbesitz unter 10 Prozent komplett zu streichen, stößt bei der IT-Branche auf Widerspruch. Der Branchenverband BITKOM sieht hier Nachteile für Startup heraufziehen.
Die undifferenzierte Besteuerung von Erträgen aus solchen Streubesitzbeteiligungen würde im IT-Sektor vor allem Investoren treffen, die sich an innovativen Startups beteiligen. In der Folge sei zu befürchten, dass dies zu einer verringerten Gründungsdynamik führt.
"Junge Hightech-Unternehmen sind in der Gründungs- und Wachstumsphase dringend auf externe Kapitalgeber angewiesen", so BITKOM-Präsident Dieter Kempf. "Die Pläne des Bundesrats könnten die in Deutschland noch schwach entwickelte Investorenszene aus privat engagierten Business Angels und anderen Wagniskapitalgebern im Keim ersticken."
Im Vergleich zum angelsächsischen Raum sei der deutsche Markt für Wagniskapital unterentwickelt. "Die Folgen der schlechten Kapitalversorgung sind nicht nur weniger Gründungen, sondern auch ein langsameres Wachstum der bestehenden Startups. Das verringert die Chance, sich international zu etablieren", erklärte Kempf.
Hintergrund der Bundesratsinitiative ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Dieser hatte gefordert, die Besteuerung von Erträgen aus Streubesitzbeteiligungen in Deutschland zu vereinheitlichen. Bisher gilt die Steuerbefreiung nur für deutsche Investoren, was ausländische Kapitalgeber benachteiligt.
Der nun vorgeschlagenen Weg ist aus Sicht der IT-Wirtschaft wenig zielführend. Stattdessen schlägt der BITKOM vor, ausländische Investoren ebenfalls von der Steuer zu befreien. "Das führt zwar kurzfristig zu geringeren Steuereinnahmen für den Staat, könnte aber für einen kräftigen Impuls bei der Finanzierung junger Unternehmen mit Beteiligungskapital sorgen", so Kempf. "Unter dem Strich gewinnen wir Arbeitsplätze und schaffen Wachstum in wichtigen Zukunftsbranchen."
Besonders Wagniskapital, das vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs und in der ersten Zeit nach der Gründung eingesetzt wird, ist in Deutschland ohnehin knapp. Im Jahr 2011 sind in der Informations- und Kommunikationstechnologie 256 Unternehmen mit Venture Capital in Höhe von 245 Millionen Euro finanziert worden. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den USA sind 2011 in diesem Segment umgerechnet 12,4 Milliarden Euro in fast 2.000 Unternehmen geflossen. Auch europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich oder Schweden sind besser ausgestattet als Deutschland.
"Junge Hightech-Unternehmen sind in der Gründungs- und Wachstumsphase dringend auf externe Kapitalgeber angewiesen", so BITKOM-Präsident Dieter Kempf. "Die Pläne des Bundesrats könnten die in Deutschland noch schwach entwickelte Investorenszene aus privat engagierten Business Angels und anderen Wagniskapitalgebern im Keim ersticken."
Im Vergleich zum angelsächsischen Raum sei der deutsche Markt für Wagniskapital unterentwickelt. "Die Folgen der schlechten Kapitalversorgung sind nicht nur weniger Gründungen, sondern auch ein langsameres Wachstum der bestehenden Startups. Das verringert die Chance, sich international zu etablieren", erklärte Kempf.
Hintergrund der Bundesratsinitiative ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Dieser hatte gefordert, die Besteuerung von Erträgen aus Streubesitzbeteiligungen in Deutschland zu vereinheitlichen. Bisher gilt die Steuerbefreiung nur für deutsche Investoren, was ausländische Kapitalgeber benachteiligt.
Der nun vorgeschlagenen Weg ist aus Sicht der IT-Wirtschaft wenig zielführend. Stattdessen schlägt der BITKOM vor, ausländische Investoren ebenfalls von der Steuer zu befreien. "Das führt zwar kurzfristig zu geringeren Steuereinnahmen für den Staat, könnte aber für einen kräftigen Impuls bei der Finanzierung junger Unternehmen mit Beteiligungskapital sorgen", so Kempf. "Unter dem Strich gewinnen wir Arbeitsplätze und schaffen Wachstum in wichtigen Zukunftsbranchen."
Besonders Wagniskapital, das vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs und in der ersten Zeit nach der Gründung eingesetzt wird, ist in Deutschland ohnehin knapp. Im Jahr 2011 sind in der Informations- und Kommunikationstechnologie 256 Unternehmen mit Venture Capital in Höhe von 245 Millionen Euro finanziert worden. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den USA sind 2011 in diesem Segment umgerechnet 12,4 Milliarden Euro in fast 2.000 Unternehmen geflossen. Auch europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich oder Schweden sind besser ausgestattet als Deutschland.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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