Microsoft macht Rust zu einer seiner obersten Programmiersprachen

Microsoft hat Rust als eine seiner wichtigsten Programmiersprachen eingestuft und will den Einsatz der speichersicheren Sprache in der internen Softwareentwicklung weiter ausbauen. Rust gehört damit offiziell zur höchsten Unterstützungskategorie des Konzerns.
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    Umfassende Unterstützung

    Die Programmiersprache steht damit nun auf einer Stufe mit C++, C# und TypeScript. Das erklärte Microsoft-Principal-Engineer Victor Ciura laut eines Register-Berichts auf der diesjährigen RustConf in Montréal. Nach Angaben Ciu­ras hat Microsoft inzwischen Werkzeuge und Prozesse geschaffen, die die Entwicklung mit Rust über den gesamten Software-Lebenszyklus hinweg unterstützen.

    Die Sprache ist bei Microsoft längst im Einsatz. Sie findet sich bereits in mehr als 100 Projekt-Repositories. Mit Oxidizer hat Microsoft zudem eine Sammlung von Rust-Bibliotheken entwickelt, die für skalierbare Dienste gedacht sind. Diese werden unter anderem bei zentralen Microsoft-365-Diensten wie Outlook, Word, Excel, OneDrive und SharePoint genutzt. Auch Teile der technischen Grundlage von Copilot setzen auf Rust.


    Ein wichtiger Schwerpunkt dürfte zukünftig jedoch auf bestehender Windows-Software liegen. Rust gilt als besonders geeignet für Bereiche, in denen Speicherfehler ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Sprache wurde ursprünglich entwickelt, um die hohe Geschwindigkeit von C und C++ mit einem stärkeren Schutz vor typischen Speicherfehlern zu verbinden. Gerade bei älteren Windows-Komponenten könnte Microsoft deshalb versuchen, besonders anfällige Codebereiche schrittweise durch Rust-Implementierungen zu ersetzen.

    Dafür hat der Konzern bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen. Microsoft arbeitet daran, Rust eng mit der eigenen Windows-Entwicklungsumgebung Visual C++ (MSVC) zu verzahnen. Ein eigens entwickeltes Backend für den Rust-Compiler ermöglicht es, dessen Code direkt in die interne MSVC-Werkzeugkette einzubinden. Dadurch sollen Rust und C++ unter Windows auf einer gemeinsamen Codegenerierungsplattform arbeiten können, ohne dass Windows-spezifische Funktionen parallel für beide Sprachen umgesetzt werden müssen.

    Kein Selbstläufer

    Der Wechsel bringt allerdings eigene Herausforderungen mit sich. Besonders problematisch ist die Zusammenarbeit zwischen Rust und bestehendem C++-Code. In solchen Mischumgebungen können etwa Zeiger auf Speicherbereiche auftreten, deren Verwaltung außerhalb der Kontrolle des Rust-Compilers liegt. Diese sogenannte "unsafe"-Zone bleibt damit ein relevantes Sicherheitsrisiko.

    Wie groß das Problem von Speicherfehlern bei Windows ist, verdeutlichte Microsofts Azure-CTO Mark Russinovich bereits auf der RustConf des letzten Jahres. Seiner damaligen Aussage zufolge gingen rund 70 Prozent der Windows-Schwachstellen auf Speicherprobleme zurück. Rust soll also dafür sorgen, dass hier zukünftig deutlich weniger Probleme auftreten.

    Zusammenfassung
    • Microsoft stuft Rust intern auf eine Stufe mit C++, C# und TypeScript
    • Die Sprache kommt bereits in über 100 Projekten des Konzerns zum Einsatz
    • Dienste wie Microsoft 365 und Copilot nutzen Bibliotheken aus Rust
    • Anfällige Teile von Windows sollen schrittweise durch Rust ersetzt werden
    • Der Compiler wird für nahtlose Arbeit direkt an Visual C++ angebunden
    • Rund 70 Prozent der Windows-Sicherheitslücken gehen auf Speicherfehler zurück

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