Anonymous leakt 1,7 GB Daten von US-Behörde

Anhänger des Anonymous-Kollektivs haben nach eigenen Angaben eine große Menge an Daten aus den Systemen des United States Bureau of Justice Statistics (BJS) ins Netz gestellt. In dem 1,7 Gigabyte großen Paket sind ein kompletter Datenbank-Dump der Behörden-Webseite sowie zahlreiche interne E-Mails enthalten, hieß es.
Logo, Anonymous, Markenzeichen, Guy Fawkes Maske
Anonymous
Die Datensammlung ist via BitTorrent verfügbar gemacht worden. Das BJS nahm - als der Angriff bemerkt wurde - sofort seine Webseite offline. Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch zu spät und die Daten waren bereits von den Servern kopiert worden. Die Anonymous-Anhänger sehen in der Reaktion allerdings den Beleg dafür, dass sie Zugriff auf wichtige Informationen erhalten haben.

Als Begründung für die Aktion führen die Aktivisten an, dass sie für die Freiheit der Menschen, der Meinung und der Informationen stehen würden. Sie gehen weiter davon aus, dass eine solche Veröffentlichung dabei helfen wird, Korruption innerhalb des Regierungs-Apperates aufzudecken und jene, die dadurch zu Schaden kommen, wieder mehr Freiheit erhalten.


Allerdings ist fraglich, ob diese Ziele mit dem aktuellen Leak wirklich zumindest ein Stück weit erreicht werden können. Denn die Anonymous-Anhänger brüsten sich zwar damit, dass die Daten aus dem US-Justizministerium stammen, allerdings handelt es sich real um die ihm untergeordnete Statistikbehörde. Diese ist lediglich damit beschäftigt, Daten über die Kriminalitätsentwicklung in den USA zu sammeln, zu analysieren und die Ergebnisse öffentlich bereitzustellen.

Dies hindert die Beteiligten an der Aktion aber nicht, sich als die eigentlichen Helden hinzustellen. "Der Preis, den wir oft genug bezahlen, ist unsere eigene Freiheit. Der Preis den die Regierung allerdings bezahlt, ist die Offenlegung der Korruption und der Wahrheit", heißt es in einer Stellungnahme.

Selbst mit dem arabischen Frühling stellen sich die Anonymous-Anhänger in Zusammenhang. Sie werfen die Frage auf, was die Regierung machen will, um solche Aktionen zukünftig zu verhindern. "Alles was die tun können, ist eine Abschaltung des Internets insgesamt. Und wir haben in Ägypten gesehen, wohin das führt." Dort hatte die Abschaltung des Netzes die bereits begonnenen Proteste gegen das bestehende Regime noch stärker angefacht.
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