Samsung wegen Arbeitsbedingungen am Pranger

Nachdem längere Zeit wegen der Arbeitsbedingungen bei chinesischen Auftragsherstellern Druck auf den Computer-Hersteller Apple ausgeübt wurde, steht nun dessen Konkurrent Samsung öffentlich am Pranger. Das Unternehmen landete bei den Public Eye-Awards auf Platz 3.
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Samsung
Die Verleihung des Negativpreises zum "schlimmsten Unternehmen des Jahres" findet alljährlich nach einer Online-Abstimmung von 88.000 Teilnehmern im Rahmen der Gegenveranstaltungen zum Weltwirtschaftsgipfel im Schweizer Davos statt. Organisiert wird er von den Vereinigungen Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace. Die Nominierungen stammen von verschiedenen großen Nichtregierungsorganisationen.

Für Samsung dürfte es kaum ein Trost sein, immerhin nur Dritter geworden zu sein, denn die beiden weiter oben platzierten Firmen fielen im vergangenen Jahr nicht gerade positiv auf. Den ersten Platz belegte der brasilianische Bergbaukonzern Vale (25.042 Stimmen), der mit einem Staudamm-Projekt mitten im Amazonas-Regenwald an der Vernichtung einer Region mit einer einzigartigen Artenvielfalt und dem Lebensraum verschiedener indigener Stämme arbeitet. Auf Platz 2 landete der japanische Energiekonzern Tepco (24.245 Stimmen), der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerkes in Fukushima.

Auf Samsung entfielen 19.014 Stimmen. In der Begründung für die Nominierung hieß es, dass Samsung seine High Tech-Gadgets auf dem Rücken seiner Belegschaft produziert: "Südkoreas reichstes Konglomerat verwendet verbotene und hochgiftige Substanzen in seinen Fabriken, ohne die Arbeiter darüber zu informieren oder sie zu schützen."


Das Ergebnis dessen seien unter anderem mindestens 140 Mitarbeiter infolge ihrer beruflichen Tätigkeit an Krebs erkrankt. Mindestens 50 junge Arbeiter seien bereits gestorben. Da Beweise nur schwer zu beschaffen sind, gelinge es Samsung weiterhin, sich der Verantwortung zu entziehen. Statt dessen würden die Erkrankten und ihre Angehörigen öffentlich diskreditiert.

Dies ist nach Ansicht der Organisatoren aber nur ein Teil der zu beanstandenden Punkte. "Samsung hat eine Geschichte von über 50 Jahren der Umweltzerstörung, der Unterdrückung von Gewerkschaften, Korruption und Steuerflucht", hieß es. Die Macht des Konzerns in Südkorea sei so groß, dass viele Einwohner ihr Land bereits "Republik Samsung" nennen.
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