97 Monate Haft wegen Diebstahls von Quellcode

Recht, Politik & EU In den USA wurde ein Programmierer, der ehemals für die Investmentbank Goldman Sachs tätig war, zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Sein Vergehen: Er hatte bei seinem Ex-Arbeitgeber Quellcode entwendet. Die Geschworenen befanden den Entwickler schon im Dezember des Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und des Außerlandesschaffens von Diebesgut für schuldig. Der zuständige Richter setzte in dem nun ergangenen Urteil eine Haftstrafe von 97 Monaten fest.

Für die Bank geht es bei dem Quellcode um hohe Beträge. Immerhin handelt es sich um die Algorithmen, die den Hochfrequenz-Handel mit Aktien regeln. Diese Art von Transaktionen wurden durch Goldman Sachs in der Öffentlichkeit bekannt, weil das Bankhaus hier besonders erfolgreich agiert und hohe Gewinne einstreicht.

Der Hochfrequenz-Handel basiert darauf, dass einige Börsen zahlungswilligen Interessenten Informationen über Aktien-Transaktionen wenige Millisekunden früher bereitstellen als der Allgemeinheit. Mit Hilfe von Software kann dieser Vorteil genutzt werden, um wiederum selbst kurzfristige An- und Verkäufe durchzuführen und so von minimalen Kursschwankungen zu profitieren.

Hierbei fallen zwar pro Transaktion nur geringe Beträge ab, allerdings summieren sich diese durch eine sehr hohe Zahl von Käufen und Verkäufen mit der Zeit zu beachtlichen Summen. Insgesamt sollen die Banken mit dem Verfahren inzwischen zweistellige Milliardenbeträge im Jahr generieren. In den USA arbeitet die Börsenaufsicht inzwischen aber an einem Verbot dieser Handelsform.
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