Informatiker erhält Einblick in die Welt der Spammer

Spam & Phishing Dem Informatiker Thorsten Holz von der Ruhr-Universität Bochum ist es gelungen, einen tieferen Einblick in die Spammer-Szene zu erhalten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin 'Focus' in seiner morgigen Ausgabe. Mit Hilfe eines Internetproviders habe Holz demnach Zugriff auf einen der größten Spam-Marktplätze erhalten. Zu dem inzwischen geschlossenen Forum Spamdot.biz erhielt man sonst eigentlich nur Zugang, wenn man von zwei Mitgliedern vorgeschlagen wurde. Spammer boten dort Dienstleistungen an.

Eine Million E-Mail-Adressen wurden laut dem Bericht im Forum für 25 bis 50 Dollar gehandelt. Wer Massenbotschaften versenden wollte, zahlte pro Million E-Mails zwischen 100 und 500 Dollar. Für größere Bestellungen gab es Rabatt. Einen Monat lang täglich 100 Millionen Nachrichten kosteten 10.000 Dollar.

Zu den angebotenen Services gehörte auch der Aufbau neuer Botnetze: Kriminelle Dienstleister offerierten die Infektion von jeweils 10.000 PCs mit entsprechenden Schadprogrammen für 300 bis 800 Dollar. Holz konnte auch einen der bedeutendsten Spam-Verteiler, das Botnetz "Pushdo/Cutwail", empfindlich schwächen.

In Kooperation mit verschiedenen Providern konnte er für die Abschaltung von 20 Kontrollservern sorgen. Bei 16 bekam er Zugriff auf die Festplatten und konnte diese untersuchen. Aus den dort gelagerten Daten ergab sich, dass das Spam-Botnetz "Pushdo/Cutwail” seinen Betreibern innerhalb eines Jahres 4,2 Millionen Dollar Gewinn einbrachte.
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