Scheer: "Deutschland hat zu wenig gute Manager"

Wirtschaft & Firmen In Deutschland mangelt es an guten Managern. Diese Auffassung vertritt zumindest August-Wilhelm Scheer, Gründer des IT-Unternehmens IDS Scheer und Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM. "Wir haben in den Hightech-Feldern in Deutschland Boden verloren", beklagte Scheer in einem Interview mit den 'VDI Nachrichten'. Es gebe kaum noch große Hardware-Hersteller und Systemsoftware-Unternehmen. Im Business-Markt sieht es abgesehen vom Leuchtfeuer SAP international ebenfalls schlecht aus.

In den USA, so Scheer, seien in den letzten Jahren Firmen entstanden, die binnen kurzer Zeit zu Weltkonzernen wurden. Als Beispiel nannte er Google und Facebook. "Wir müssen uns also fragen, warum Deutschland in diesen Märkten nicht mehr mithält", so der Manager.

Den Bereich der Forschung sieht Scheer durchaus gut positioniert. "Die Forschung ist da und die Ausbildung auch. Wieso kommt dann hinterher weniger heraus - trotz dieser Ressourcen, trotz Ideen und qualifizierter Mitarbeiter?", so der BITKOM-Chef weiter.

Die Ursache scheint er auf den Manager-Positionen gefunden zu haben. Deren Aufgabe sei der gezielte Einsatz der vorhandenen Ressourcen, um letztlich gute Ergebnisse zu erzielen. "Und da hapert es noch", erklärte Scheer. Dazu gehöre es im IT-Bereich auch, "Unternehmen zu internationalisieren und zu Weltunternehmen zu machen".

Der Mangel an großen Unternehmen führe seiner Ansicht nach dazu, dass keine Manager nachgezogen werden, die eine solche Aufgabe übernehmen könnten. Diese müssten in der zweiten oder dritten Reihe in einem Weltkonzern ausgebildet werden und dann die Führung über ein aufstrebendes neues Unternehmen übernehmen. "In den USA funktioniert das. Da nährt sich die Szene sozusagen selbst", so Scheer.
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