Erdbeben in Italien: Micron kommt glimpflich davon

Wirtschaft & Firmen Der Chiphersteller Micron kam bei dem schweren Erdbeben in Italien glimpflich davon. Die Fabrik in Avezzano überstand die Naturkatastrophe nahezu unbeschadet, teilte das Unternehmen mit. Das Werk ist nur 30 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Die hochempfindlichen Produktionsinstrumente für die nur wenige Nanometer großen Chip-Strukturen sind gegenüber Erschütterungen besonders anfällig. Japanische Chip-Werke vermelden daher immer wieder Verluste, auch wenn die Beben weitaus weniger stark ausfallen.

Wie Micron berichtete, habe man den Betrieb zum Zeitpunkt des Erdbebens aus Sicherheitsgründen evakuiert. Bereits sechs Stunden später konnte die Produktion aber wieder aufgenommen werden. Dies sei der typische Zeitraum, die ein Werk nach einer kompletten Stilllegung zum Hochfahren aller Prozesse benötigt.

Unter den Beschäftigten habe es den Angaben zufolge keine Opfer gegeben, wohl aber bei einigen im Familien- und Freundeskreis. "Unsere Gedanken sind mit denen, die Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn durch das Erdbeben verloren haben", so das Unternehmen. Seitens des Managements habe man Kontakt mit den lokalen Behörden aufgenommen, um zu prüfen, wie man die Betroffenen am besten und langfristig unterstützen könne.

Über 150 Menschen kostete das Erdbeben bisher das Leben. Dutzende sind noch immer vermisst. Nach aktuellen Schätzungen sind 70.000 Bewohner der betroffenen Region obdachlos geworden.

Das Micron-Werk in Avezzano stellt DRAM-Speicherchips her. Die Produktionsmenge liegt bei fast 20 Prozent der Gesamtkapazitäten des Unternehmens und bei knapp 2,5 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion.
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