Dreckschleuder Plug-in-Hybrid? CO2-Ausstoß 6-mal höher als angegeben

Plug-in-Hybride gelten offiziell als deutlich sauberer als Verbrenner. Doch aktuelle EU-Realdaten zeichnen nun ein anderes Bild. Im Alltag stoßen die Fahrzeuge ein Vielfaches der offiziell angegebenen CO₂-Mengen aus und sparen kaum Emissionen ein.
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    Kluft zwischen Labor und Straße

    Deutsche Autohersteller stehen momentan nicht gut da. Besonders VW steckt in der Krise. Interne Papiere legen sogar nahe, dass Seat keine Zukunft im Konzern mehr haben soll. Gleichzeitig drängen chinesische Marken wie Xiaomi auf den Markt. Jetzt könnten weitere Erkenntnisse aus frisch ausgewerteten Daten zu Plug-in-Hybriden (PHEVs) weitere schlechte Nachrichten für Mercedes, Porsche und Co. bedeuten.

    So stoßen PHEVs laut der European Federation for Transport and Environment (EFTE) im täglichen Gebrauch durchschnittlich sechsmal mehr Kohlendioxid aus, als in den Zulassungspapieren steht. Während das offizielle WLTP-Prüfverfahren für Fahrzeuge mit Erstzulassung im Jahr 2024 einen Wert von 24 Gramm CO₂ pro Kilometer ausweist, liegt der reale Ausstoß bei 145 Gramm. Die dreistellige Zahl basiert auf Messungen durch an Bord befindliche Diagnosesysteme, die seit 2021 für eine genaue Überwachung vorgeschrieben sind.


    Die Diskrepanz wächst damit im Vergleich zum Vorjahr an. 2023 lag der Faktor noch bei fünf. Gegenüber reinen Verbrennern, die im Schnitt 169 Gramm CO₂ pro Kilometer emittieren, sparen die Hybridfahrzeuge im Straßenverkehr somit lediglich 14 Prozent ein. Das zeigt eine klare Abweichung von der Theorie.

    Kritik an den Herstellerangaben

    Für diese Erkenntnisse wertete die EFTE die Datensätze von rund 220.000 Fahrzeugen aus. Lucien Mathieu, Direktor für den Bereich Automobile, sieht in der Vermarktung der Technologie als grüne Lösung eine Täuschung. Verbraucher würden zudem durch unerwartet hohe Kraftstoffkosten benachteiligt. Die Organisation fordert daher ein Umdenken bei der politischen Förderung, da die erhofften Klimaziele mit PHEVs nicht erreicht werden könnten. Tatsächliche CO₂-Emissionen von Plug-in-HybridenDer Unterschied zwischen offiziellen Angaben und Messwerten wird immer größer Die Ursache für die abweichenden Werte liegt im Utility Factor. Der Wert schätzt den Anteil der rein elektrisch gefahrenen Kilometer. Bisher geht das System bei einer elektrischen Reichweite von 60 Kilometern von einem elektrischen Fahranteil von 80 Prozent aus. In der Praxis laden viele Nutzer ihre Fahrzeuge jedoch weitaus seltener als vom Gesetzgeber angenommen. Daher springt der Verbrennungsmotor im Alltag häufiger an, sodass in der Praxis deutlich mehr Kraftstoff verbrannt wird und die CO₂-Emissionen entsprechend steigen.

    Streit um neue EU-Vorgaben

    Um die Papierwerte der Realität anzunähern, hat die Europäische Union bereits eine stufenweise Anpassung beschlossen. Für Autos mit Erstzulassungsjahr 2025 und später wurde der angenommene Elektroanteil bereits auf etwa 50 Prozent reduziert. Ab 2027 fällt der Wert auf rund 30 Prozent. Automobilverbände fordern jedoch, die Verschärfung für das Jahr 2027 auszusetzen. Auch die deutsche Regierung signalisiert offenbar Zustimmung zu dieser Forderung, um die heimischen Hersteller nicht zusätzlich zu belasten.

    Eine Verschiebung oder ein Aussetzen der neuen Regeln würde die Bilanzen der Autobauer schonen. Durch die niedrigen offiziellen Emissionswerte können sie ihre EU-Flottenziele leichter erreichen. Allerdings verzögere ein solches Vorgehen laut Fachleuten den Übergang zu rein elektrischen Fahrzeugen. Letztlich werde der Klimaschutz belastet, da der Ausstoß von Treibhausgasen durch die häufigere Verbrennernutzung weiterhin künstlich kleingerechnet werde.

    Wie bewertet ihr die Diskrepanz bei den Abgaswerten? Sollten die EU-Vorgaben für Hybride verschärft werden oder nicht? Liegt das Problem bei der Technologie oder der seltenen Aufladung der Batterie durch die Nutzer? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Plug-in-Hybride stoßen real sechsmal mehr CO2 aus als angegeben
    • Die Diskrepanz zwischen Labor und Straße wächst im Vergleich zu 2023
    • Die Daten stammen aus echten Messungen von 220.000 Fahrzeugen
    • Viele Besitzer laden die Batterie seltener auf als angenommen
    • Seit 2025 reduziert die EU die offiziellen Berechnungswerte
    • Automobilverbände fordern ein Aussetzen der strengeren EU-Regeln

    Siehe auch:
    Felix Krauth

    Redakteur für Windows & Hardware

    War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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