DMA: Google warnt vor massiv verschlechterter Suche für EU-Nutzer

Google passt die Darstellung der Suchergebnisse in der EU an, um hohe Strafen durch den Digital Markets Act zu vermeiden. Der Konzern warnt jedoch davor, dass die erzwungenen Änderungen die Qualität der Suchergebnisse enorm verschlechtern würden.
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    Änderungen an der EU-Suche

    Die Europäische Union hatte zuletzt mit der Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) Ernst gemacht und Google nach einer Strafe von 4,1 Milliarden Euro wegen seines Android-Monopols auch zu einer Zahlung von weiteren 890 Millionen Euro aufgrund aus ihrer Sicht unlauterer Bevorzugung eigener Dienste im Rahmen der Websuche verurteilt. In direkter Folge hat der US-Konzern jetzt umfassende Anpassungen an den Suchergebnissen in Europa vorgenommen. Im gleichen Atemzug warnte das Unternehmen davor, dass die Änderungen die Nutzererfahrung spürbar beeinträchtigen würden.

    Um den Auflagen gerecht zu werden, rückt Google nun spezialisierte Vergleichsportale mehr in den Fokus. Sucht ein Nutzer nach Flügen, Hotels oder Restaurants, erscheinen künftig Suchergebnisse mit Seiten von Drittanbietern an oberster Stelle, gefolgt von zwei weiteren Reihen mit weniger Details. Ein Karussell mit direkten Angeboten lokaler Unternehmen rutscht nach unten. Zudem entfernt Google Funktionen wie Echtzeitpreise aus der Übersicht.


    Kritik an den neuen Vorgaben

    Wie Reuters berichtet, spricht Google mit dramatischen Worten vom stärksten Rückgang der Servicequalität bei der Suchmaschine in ihrer 29-jährigen Geschichte. Nick Fox, ein leitender Angestellter bei Google, betonte, dass die Änderungen Online-Vermittler wie Booking.com oder Expedia auf Kosten lokaler Geschäfte stärken würden.

    Der Konzern untermauert die Kritik mit eigenen Daten, die nicht von unabhängiger Seite überprüft werden können. Das Unternehmen führt an, dass frühere Anpassungen wegen des DMA bereits zu einem Rückgang der direkten Buchungen bei europäischen Firmen um die 30 Prozent geführt hätten. Zudem würden Tests der neuen Darstellung mit Millionen Nutzern eine hohe Unzufriedenheit zeigen. Viele Anwender müssten ihre Suchanfragen mehrfach formulieren, um die gewünschten Resultate zu erzielen.

    Historie der Milliardenstrafen

    Google nimmt die aktuellen Anpassungen unter enormem finanziellem Druck vor. Bei Nichtbeachtung einer von der EU auferlegten 60-Tage-Frist hätten regelmäßige Strafzahlungen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes gedroht.

    Insgesamt belaufen sich die Kartellstrafen der EU gegen Google in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf etwa 10,38 Milliarden Euro. Die harte Gangart der europäischen Wettbewerbshüter sorgte in der Vergangenheit bereits für politische Spannungen. So drohte US-Präsident Donald Trump mit einer Untersuchung gegen die EU, da das Vorgehen einer Ausbeutung amerikanischer Unternehmen gleichkomme. Auch Apple äußert regelmäßig Kritik am DMA und spricht von einer erzwungenen Verschlechterung seiner Dienste.

    Habt ihr bereits Veränderungen an den Google-Suchergebnissen festgestellt? Sind die jetzigen Anpassungen eine positive Entwicklung im Sinne des fairen Wettbewerbs oder schlicht eine Verschlechterung für die Nutzer? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Google passt die Suche in der EU aufgrund des Digital Markets Act an
    • Vergleichsportale von Drittanbietern rücken nun weiter in den Fokus
    • Der US-Konzern warnt vor einem starken Rückgang der Servicequalität
    • Unabhängige Daten zu den Folgen der Änderungen fehlen bisher jedoch
    • Bei Nichtbeachtung der EU-Frist drohten Google hohe Umsatzstrafen
    • EU-Kartellstrafen gegen Google summieren sich auf über 10 Milliarden Euro

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