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LG Smart-TVs: Fernseher nehmen Gespräche im Stand-by-Modus auf

Smarte Funktionen der LG Smart-TVs versprechen hohen Komfort im Alltag, doch der Preis dafür ist offenbar die eigene Privatsphäre. Die Geräte belauschen Nutzer angeblich sogar im Stand-by-Modus und kartieren das gesamte heimische Netzwerk.
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WinFuture/KI-generiert
    UPDATE 9. September:
    LG hat mittlerweile eine Mitteilung veröffentlicht und die Spionage-Vorwürfe darin von sich gewiesen. Man lege "großen Wert auf Transparenz und eine sichere Benutzererfahrung".

    Datenschutz bei LG Smart-TVs

    Nutzer von LG Smart-TVs sehen sich aktuell mit großen Fragezeichen bezüglich ihrer Privatsphäre konfrontiert. Einer Datenschutz-Analyse zufolge zeichnen die Geräte des südkoreanischen Herstellers nämlich private Gespräche im Wohnzimmer auf und scannen das lokale Netzwerk nach weiteren Endgeräten. Das geschieht offenbar auch dann, wenn sich der Fernseher im Stand-by-Modus befindet und scheinbar ausgeschaltet ist. Die gesammelten Informationen dienen primär der gezielten Ausspielung von Werbung.

    Während smarte Funktionen wie die Sprachsteuerung den Bedienkomfort im Alltag erhöhen, bergen sie gleichzeitig gewaltige Risiken in Bezug auf den Datenschutz. Die Fernseher nutzen eine Technologie zur automatischen Inhaltserkennung, um Sehgewohnheiten genau zu analysieren. Dass nun auch Audiodaten ohne aktive Zustimmung verarbeitet werden sollen, stellt eine neue Stufe der Datenerfassung dar. Selbst ein Trennen vom Netz ist keine echte Lösung, denn bei einer getrennten Internetverbindung speichert das Gerät die Audiodaten lokal ab.

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    Netzwerke und lokale Endgeräte

    Wie die Technik-Experten von Gaming Nexus in einer ausführlichen Untersuchung via Video darlegen (via Notebook Check), durchsuchen die LG-Fernseher aktiv das heimische WLAN. Dabei erfassen sie nicht nur IP-Adressen, sondern kartieren auch verbundene Smartphones oder Smartwatches von Personen, die sich lediglich in der Nähe aufhalten. So baut der Hersteller ein umfassendes Profil der gesamten Haushaltsstruktur auf.

    Die Werbeabteilung des Unternehmens nutzt die Datensätze auch intensiv. Obwohl weltweit etwa 216 Millionen smarte Fernseher der Marke LG verkauft wurden, gibt der Konzern an, Zugriff auf über 363 Millionen adressierbare Zweitgeräte zu haben. Das zeigt den Umfang der geräteübergreifenden Nachverfolgung. Neben den Datenschutzbedenken entdeckten die Entwickler zudem Sicherheitslücken im Betriebssystem webOS. Das könnte potenziellen Angreifern den Zugriff auf die Mikrofone ermöglichen.

    Verbraucherschützer fordern daher schon länger strengere Privatsphäre-Richtlinien für vernetzte Heimelektronik. Bislang bleibt es jedoch oft den Anwendern überlassen, die komplexen Datenschutzeinstellungen im Menü der LG-Fernseher selbst zu überprüfen und anzupassen.

    Reaktion und Schutzmaßnahmen

    Der Hersteller bestreitet die Vorwürfe teilweise und betont, dass die Fernseher keine Umgebungsgespräche sammeln oder speichern. Die Spracherkennung sei eine optionale Funktion, die nur bei aktiver Nutzung Daten verarbeite. Um die Datensammlung vollständig zu unterbinden, wird Nutzern geraten, den Fernseher komplett vom Internet zu trennen, und zwar dauerhaft. Für Streaming und smarte Features sollte man stattdessen externe Zuspieler verwenden, die den Datenverkehr besser isolieren.

    Wie bewertet ihr die Datenerfassung moderner Fernseher? Zieht ihr bei euren Geräten den Stecker oder überwiegt der Komfort im Alltag? Teilt eure Meinung gerne unten in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • Eine aktuelle Analyse offenbart schwere Datenschutzprobleme bei LG
    • Die Geräte zeichnen offenbar Gespräche auf und scannen das Heimnetz
    • Das Scannen und Erfassen geschieht selbst im Stand-by-Modus der TVs
    • Der Hersteller kartiert andere Endgeräte im WLAN für gezielte Werbung
    • Bei Internet-Trennung speichert der Fernseher die Audiodaten lokal
    • LG streitet die Vorwürfe ab und verweist auf optionale Funktionen

    Siehe auch:
    Witold Pryjda

    Senior Redakteur

    Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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