Londons Bürgermeister stellt sich vor NASA-Hacker
McKinnon soll in den USA wegen mehrerer Einbrüche in die Computer-Netzwerke der Raumfahrtagentur NASA vor Gericht gestellt werden. Dabei drohen ihm nach US-Recht bis zu 60 Jahre Haft - eine nach Johnsons Meinung völlig unverhältnismäßige Strafandrohung.
McKinnon hatte nach eigenen Angaben in den Systemen der NASA nach Hinweisen auf die Existenz von UFOs und Außerirdischen, die mit dem US-Militär zusammenarbeiten, gesucht. Etwaige Beweise wollte er dem "Disclosure Project" zur Verfügung stellen, das Berichte über UFO-Sichtungen sammelt.
Für seine Hacks soll McKinnon durchaus nicht straffrei davonkommen. In Großbritannien drohen ihm voraussichtlich sechs Monate gemeinnütziger Arbeit. In den USA werden seine Taten allerdings als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft und entsprechend härter verfolgt.
Johnson stellt in seinem Schreiben einen Bezug zu anderen Altlasten der Bush-Regierung her, darunter das Militärgefängnis in Guantanamo und die Folterung von Insassen, deren Lösung Obama bereits angegangen ist. "Es gibt noch eine weitere Sache im diplomatischen Postfach", so Johnson.
"In einem juristischen Alptraum, der die Steuerzahler hier und in den USA in den letzten sieben Jahren bereits Millionen kostete, beharrt das US-Justizministerium auf einer Auslieferung des 43-jährigen Londoner Bürgers Gary McKinnon", heißt es in dem Schreiben des Bürgermeisters.
Das US-Militär agiere, als sei McKinnon eine ähnliche Bedrohung wie Osama bin Laden. "Er war und ist aber keinerlei Gefahr für die nationale Sicherheit der USA", so Johnson weiter. Er sei noch nicht einmal ein besonders fähiger Hacker, sondern sei nur in die Systeme eindringen können, weil keine Passwörter vorhanden waren.
Es handle sich alles in allem um einen "harmlosen UFO-Gläubigen und nicht um einen Terroristen", schließt Johnson. Es wäre "brutal, verrückt und falsch" ihn unter den gegeben Umständen an die USA auszuliefern.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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