Forscher testen System zur Fälschung von GPS-Daten

Sicherheitslücken Forscher vom Technologieinstitut Virginia Tech in den USA haben ein Gerät entwickelt, mit dem GPS-Signale gefälscht werden können. Damit lassen sich Empfängern falsche Standortdaten oder -zeiten unterschieben. Bisher sind GPS-Systeme noch kaum gegen Spoofing-Attacken geschützt. Da deren Verbreitung in der Industrie und auch im privaten Umfeld immer stärker zunimmt, können solche Angriffe zu gravierenden Störungen führen: Vom Versagen von Navigationsgeräten bis hin zu schweren Störungen in den Logistikketten von Großunternehmen.

Das Spoofing-System von Virginia Tech soll dabei helfen, GPS-Empfänger auf ihre Anfälligkeit zu testen und Schutzmechanismen zu entwickeln. "Die Equipment-Hersteller haben solche Spoofing-Angriffe derzeit nicht auf dem Radar", sagte Brent Ledvina, Assistenzprofessor an dem Institut. Das hätten die Reaktionen der anwesenden Industrievertreter bei der Vorstellung des Gerätes gezeigt.

"Wir haben mit verschiedenen Vertretern namhafter Hersteller gesprochen und nicht einer wusste über das Thema bescheid", sagte er. Das liege vermutlich nicht am Desinteresse, aber es zeige, dass in dem Bereich noch kaum über die Sicherheitsaspekte nachgedacht werde.

Ledvina geht davon aus, dass die Mehrzahl der aktuell auf dem Markt verfügbaren Systeme anfällig sind. Lediglich Empfänger mit mehreren Antennen, die über eine spezielle Signalverarbeitung verfügen, zeigen sich relativ immun. Die Forscher schlugen deshalb zwei Software-Modifikationen im GPS-Netz vor, um das Risiko zu mindern. Langfristig sei aber nur eine verschlüsselte Signalübertragung mit vorgeschalteter Authentifizierung sinnvoll, hieß es.
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