Datenschützer: Neuer Personalausweis birgt Risiken

Datenschutz Der neue elektronische Personalausweis, der ab Ende 2010 eingeführt wird, birgt neben einigen Vorteilen auch ernste Risiken. Das ist die Einschätzung von Thilo Weichert, dem schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten. Vor allem der integrierte RIFD-Chip könnte zum Problem werden. Zwar bestehe derzeit noch keine große Gefahr einer Ortung von Personen, mit der zunehmenden Verbreitung der Technologie werde sie aber zu "einem realistischen Risiko", sagte er gegenüber dem 'Hamburger Abendblatt'.

Auf dem per Funk auslesbaren Chip werden verschiedenen sensible Informationen gespeichert sein, darunter die persönlichen Daten des Besitzers und möglicherweise auch Fingerabdrücke und digitale Signaturen. Letztere sollen beispielsweise für die Abwicklung sicherer Internet-Geschäfte genutzt werden können, was Weichert "durchaus empfehlen" kann.

Allerdings müsse man sich auch der Gefahr des Missbrauchs bewusst sein. Um sich vor einem unbefugtem Auslesen der Daten zu schützen, sei es - wie auch beim bereits eingeführten elektronischen Reisepass - sinnvoll, diesen in einer Hülle mit integrierte Aluminiumfolie aufzubewahren. So könnten Lesegeräte nicht auf den RFID-Chip zugreifen.

Von der freiwilligen Abgabe der Fingerabdrücke, die auf Wunsch gespeichert werden sollen, rät Weichert dringend ab. Das Innenministerium sieht dadurch eine bessere Fälschungssicherheit für gegeben. Die Nachteile wiegen dies laut Weichert aber wieder auf. So könnten die Fingerabdrücke beispielsweise bei Auslandsreisen unbemerkt kopiert und unkontrolliert in Datenbanken eingepflegt werden. Auch für den Identitätsdiebstahl ließen sich die biometrischen Daten verwenden, so der Datenschützer.
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