Drohne rettet Soldaten: Hexacopter evakuiert erstmals Verletzten

In der Ukraine ist erstmals die erfolgreiche Evakuierung eines verwundeten Soldaten durch eine Schwerlastdrohne geglückt. Da eine Rettung über den verminten Boden unmöglich war, musste die Bergung aus der Luft erfolgen. Der Einsatz rettete ein Leben.
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  • Erstmals retteten ukrainische Truppen einen Verwundeten per Schwerlastdrohne
  • Vermintes Terrain und Drohnenfeuer verhinderten eine Rettung über den Boden
  • Über Drohnenabwürfe erhielt der isolierte Soldat zuvor wichtige Vorräte
  • Ein umgebauter Hexacopter von Gurzuf Defence flog den Verwundeten aus
  • Nach mehreren Operationen in Charkiw befindet sich der Soldat auf dem Weg der Besserung
  • Neu entwickelte Rettungsdrohnen können bis zu 150 Kilogramm weit transportieren

Erste Luftevakuierung per Drohne

Ukrainische Streitkräfte haben im Frontabschnitt Kupjansk erstmals einen verwundeten Soldaten mit einer fliegenden Schwerlastdrohne evakuiert. Der 49-jährige Konstiantyn, dem beide Beine amputiert wurden, hielt verwundet allein seinen Posten. Da das Terrain stark vermint war und intensive Angriffe durch gegnerische Drohnen stattfanden, gestaltete sich eine Bergung am Boden als unmöglich.

Bisher nutzten die Truppen für solche Einsätze zumeist unbemannte Bodenfahrzeuge. Diese scheiterten an der spezifischen Position jedoch aufgrund der Minen und des ständigen Drohnenfeuers. Während der Soldat am Boden ausharrte, versuchten russische Truppen, ihn über abgeworfene Lautsprecher psychologisch zur Aufgabe zu drängen. Sein Kommandeur versorgte ihn derweil per Drohnenabwurf mit Wasser, Nahrung und Medikamenten.




Umbau für den Einsatz

Laut Censor.net entschieden sich die Spezialisten der 92. Sturmbrigade für einen neuen Ansatz. Sie nutzten einen schweren Hexacopter des ukrainischen Herstellers Gurzuf Defence, der ursprünglich für den Abwurf von Munition konstruiert und vom Unternehmen kostenlos bereitgestellt wurde.


In enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller modifizierten die ukrainischen Truppen das Fluggerät so, dass es eine Person transportieren kann. Dabei implementierten sie technische Lösungen für die Flugstabilität. Die Drohne durfte in der Luft nicht ins Schwanken geraten oder umkippen, was durch Vorabtests auf dem Gelände des Herstellers sichergestellt wurde.

Nach diesen Tests steuerte ein Pilot der 30. Mechanisierten Brigade das Fluggerät und barg den Verwundeten erfolgreich. Im Anschluss verbrachte der Soldat zur Stabilisierung mehrere Tage in einem Krankenhaus in Charkiw, wo Ärzte ihn mehrfach operierten. Mittlerweile ist er außer Lebensgefahr und befindet sich in der Rehabilitation.

Spezielle Rettungsdrohnen

Von Januar bis August 2026 absolvierten Bodenroboter in der Ukraine etwa 112.000 Evakuierungs- und Logistikmissionen. Parallel zu den improvisierten Drohnenumbauten läuft dort die Erprobung von speziell entwickelten medizinischen Rettungsdrohnen. Ein Beispiel ist das Modell StarGate von SkyFall, das kurz vor der Rettung in die Fronttests ging.

Diese Fluggeräte transportieren auf einer Trage bis zu 150 Kilogramm und besitzen eine einfache Reichweite von 15 Kilometern, genug, um Truppen in den von Drohnen beherrschten Todeszonen zu erreichen. Die Anschaffungskosten sollen sich auf mindestens 50.000 Dollar (etwa 44.500 Euro) belaufen. Bis Ende 2026 ist eine monatliche Produktion von bis zu 1000 Einheiten geplant.

Wie seht ihr die Entwicklung, dass schwere Drohnen zunehmend Aufgaben in der Rettung und Evakuierung übernehmen? Teilt eure Meinungen und Gedanken zu diesem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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