So hoch wie ein Wetterballon:
Drohne erreicht 10.000 Meter Flughöhe

Das Schweizer Unternehmen Meteomatics hat eine neue Drohne vorgestellt, die über 10.000 Meter aufsteigt. Der Multikopter namens Strato soll traditionelle Wetterballons ersetzen und präzisere Vorhersagen für die Luftfahrt ermöglichen.
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Meteomatics
  • Meteomatics stellte den Wetter-Multikopter Strato auf einer Messe vor
  • Die Drohne erreichte laut Firmenangaben eine Rekordhöhe von 10.438 Metern
  • Das Fluggerät kehrt nach der Erfassung wieder zum Startpunkt zurück
  • Kontinuierlich gemessen werden Temperatur, Luftdruck, Feuchte und Wind
  • Das System hält Wind von bis zu 130 km/h stand und enteist Rotoren aktiv
  • Gewonnene Messdaten verbessern Prognosen für erneuerbare Energien und Flugverkehr

Rekordflug für Wetterdaten

Das Schweizer Meteorologieunternehmen Meteomatics hat auf einer Fachmesse in Amsterdam einen neuen Multikopter vorgestellt. Die Drohne mit der Bezeichnung Strato ist speziell für die Erfassung von Wetterdaten in großen Höhen konstruiert und erreichte nach Unternehmensangaben eine Höhe von 10.438 Metern.

Mit dem Fluggerät zielt der Hersteller darauf ab, die Lücken zwischen bodengestützten Messstationen und herkömmlichen Wetterballons zu schließen. Insbesondere Betreiber von Windkraft- und Solaranlagen sowie die Luftfahrt sind auf präzise Daten angewiesen, um Erträge zu berechnen oder Flugrouten sicher zu planen.

Meteomatics stellt seine Meteodrone Strato in einem Video vor

Laut einer Pressemitteilung misst Strato während des Auf- und Abstiegs kontinuierlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Windgeschwindigkeit. Im Gegensatz zu Radiosonden, die an Wetterballons hängen und seit fast einem Jahrhundert den Standard in der Meteorologie bilden, kehrt die Drohne nach der Erfassung an ihren Startpunkt zurück.

Wetterballons starten üblicherweise nur nach festen Zeitplänen, meist zweimal täglich, und driften unkontrolliert mit dem Wind. Dadurch entstehen in den Beobachtungsnetzwerken oft zeitliche und räumliche Datenlücken. Strato lässt sich hingegen gezielt einsetzen und ist durch die Rückkehr zum Startplatz direkt wiederverwendbar.


Technik für extreme Höhen

Um in der oberen Troposphäre und der Stratosphäre zu operieren, wurde der Multikopter speziell für raue Wetterbedingungen entwickelt. Die wasserdichte Drohne hält laut Herstellerangaben anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde stand. Eine aktive Steuerung sorgt dafür, dass sich das Fluggerät automatisch gegen starken Gegenwind ausrichtet.

Zudem verfügt Strato über ein aktives Enteisungssystem für die Rotoren. Sobald die Sensoren Bedingungen registrieren, die zu einer Vereisung führen könnten, erwärmen sich die Rotorblätter automatisch. Während des Flugs überträgt die Drohne durchgehend Telemetriedaten wie Flughöhe und thermische Profile an das Bodenpersonal.

Fokus auf den Jetstream

Die gesammelten Informationen speisen die hauseigenen, hochauflösenden Vorhersagemodelle US1k und Euro1k. Johannes Rausch, Leiter der Wettervorhersage bei Meteomatics, weist darauf hin, dass der Jetstream wie eine Autobahn für Wettersysteme auf der Nordhalbkugel wirke. Werden die Daten nicht korrekt in Bezug auf diesen starken Höhenwind erfasst, leide die Qualität der Vorhersage.

Unternehmenschef Martin Fengler sieht in dem erfolgreichen Flug die Verwirklichung einer langjährigen Vision. Konkrete technische Daten zur Akkukapazität, der maximalen Flugdauer oder dem genauen Gewicht der Nutzlast nannte das Unternehmen bisher allerdings nicht. Eine unabhängige Bestätigung des gemeldeten Höhenrekords legte man ebenfalls noch nicht vor.

Was haltet ihr von solchen wiederverwendbaren Wetterdrohnen? Glaubt ihr, dass sie herkömmliche Ballons bald komplett ersetzen werden? Teilt eure Gedanken dazu gerne in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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