Probleme mit Kaspersky-Diensten nach Drohnenangriffen in Russland

Seit Sonntag fallen weltweit viele Dienste des Sicherheitsanbieters Kaspersky aus. Betroffen sind das Kundenportal, das VPN und der Passwort-Manager. Der lokale Kernschutz der Software bleibt nach Angaben des Unternehmens aber weiterhin aktiv.
Sicherheit, Logo, Russland, Antivirus, Kaspersky, Bsi, Kaspersky Lab
Kaspersky Lab
  • Weltweit fallen mehrere Dienste des Anbieters Kaspersky massiv aus
  • Der lokale Basisschutz der Antiviren-Software bleibt weiter aktiv
  • Die Ausfälle fallen zeitlich mit Drohnenangriffen auf Yandex zusammen
  • Neu erworbene Lizenzen lassen sich derzeit nur verzögert freischalten
  • Etliche westliche Staaten warnen schon länger vor Kaspersky-Software

Umfangreiche Ausfälle seit Sonntag

Seit dem Wochenende sind mehrere Dienste des Sicherheitsanbieters Kaspersky weltweit nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Betroffen sind das Kundenportal My Kaspersky, der VPN-Dienst, die Kindersicherung Kaspersky Safe Kids und der Passwort-Manager. Nach Angaben des Unternehmens bleibt der lokale Kernschutz der Antiviren-Software aktiv. Alle Nutzerdaten seien sicher.

Kaspersky nennt auf dem Kurznachrichtendienst X technische Probleme als Ursache. Die Störungen traten zeitnah zu Ausfällen beim russischen Internetkonzern Yandex auf. Die Ukraine hat russische Rechenzentren durch Drohnen angegriffen. Das führte dort zu erheblichen Verbindungsproblemen und Ausfällen von Cloud-Diensten.


Nach Angaben von Günter Born begannen die Störungen am frühen Sonntagmorgen. VPN-Nutzer aus verschiedenen Ländern berichteten, keine Verbindungen aufbauen zu können. Born nennt als Beispiel einen Anwender, der sich erfolglos mit einem Standort in Argentinien verbinden wollte.

Bei Lizenzen, die seit dem 10. Oktober gekauft wurden, kommt es Born zufolge zudem zu Verzögerungen bei der Aktivierung. Kaspersky will die Laufzeit betroffener Abonnements um die Wartezeit bis zur Aktivierung verlängern. Nutzer müssen dafür nicht den Support kontaktieren.

Schatten der russischen Wurzeln

Ein direkter Zusammenhang zwischen den Angriffen auf Yandex und den Serverproblemen bei Kaspersky ist nicht offiziell bestätigt. Das ursprünglich russische Unternehmen erklärte 2020, die Verarbeitung von Bedrohungsdaten aus Europa, Nordamerika und einigen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum in die Schweiz verlegt zu haben. Ob die Systeme weiterhin auf russische Rechenzentren angewiesen sind, ist unklar.

Die russische Herkunft bereitet Kaspersky seit Längerem Probleme. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt seit dem 15. März 2022 vor dem Einsatz der Virenschutzsoftware. Die US-Regierung verhängte 2024 ein weitreichendes Vertriebsverbot. Anfang 2025 untersagte Australien die Installation auf Regierungsrechnern. Infografik: Wo politische Cyberattacken ihren Ursprung habenWo politische Cyberattacken ihren Ursprung haben Das Unternehmen, dessen Holdinggesellschaft in London registriert ist, wehrt sich dagegen bislang erfolglos vor Gericht. Wegen der aktuellen Störungen warnt Kaspersky davor, sich in der App von My Kaspersky abzumelden oder die App zu löschen. Eine Neuinstallation behebt die Störung beim Anbieter nicht.

Am Mittwoch war das Portal My Kaspersky im Browser wieder aufrufbar. Wann alle Dienste wieder störungsfrei funktionieren, ist offen.

Seid ihr von den aktuellen Ausfällen bei Kaspersky betroffen? Vertraut ihr der Software noch oder seid ihr längst gewechselt? Schreibt eure Erfahrungen und Meinungen gerne in die Kommentare!

Welche Kaspersky-Programme sind gestört?
Das Portal "My Kaspersky", der VPN-Dienst, der Passwort-Manager und die Kindersicherung "Safe Kids" funktionieren gar nicht oder nur eingeschränkt.

Kaspersky warnt ausdrücklich davor, sich aktuell aus der App von "My Kaspersky" abzumelden oder die Anwendung zu löschen.
Läuft der Kaspersky-Virenschutz noch?
Ja, laut Kaspersky arbeiten die lokalen Schutzfunktionen auf euren Geräten normal weiter.

Auch die Antiviren-Datenbanken erhalten dem Hersteller zufolge wie gewohnt Aktualisierungen. Eure Nutzerdaten sind von den technischen Problemen nicht betroffen und bleiben vollständig sicher.
Was können Kaspersky-Nutzer jetzt tun?
Verfolgt die Hinweise auf den offiziellen Kaspersky-Supportseiten, versucht die Verbindung später erneut und schaltet den Virenschutz wegen eines VPN-Verbindungsfehlers nicht ab. Ihr solltet die Software nicht vorschnell deinstallieren, da eine Neuinstallation die Störung beim Anbieter nicht behebt und danach zusätzliche Anmeldeschritte erfordern kann.

Bei anhaltenden Problemen notiert ihr am besten die genaue Fehlermeldung, euer Betriebssystem und die genutzte Programmversion für eine spätere Supportanfrage.
Was gilt für neue Kaspersky-Lizenzen?
Lizenzen, die ihr am oder nach dem 10. Oktober gekauft habt, lassen sich vorübergehend nicht aktivieren.

Kaspersky will die Gültigkeitsdauer dieser Lizenzen später automatisch um die Zeit bis zur tatsächlichen Aktivierung verlängern. Ihr müsst den Support dafür nicht extra kontaktieren, auch anstehende Abo-Verlängerungen sollen laut dem Unternehmen automatisch geregelt werden.
Wann sind die Kaspersky-Dienste zurück?
Einen genauen Zeitpunkt, zu dem alle Funktionen wieder verfügbar sind, nennt Kaspersky noch nicht. Das Unternehmen arbeitet laut eigener Aussage mit höchster Priorität an einer Lösung.

Seit dem 14. Oktober lässt sich zumindest die Webseite von "My Kaspersky" wieder normal im Browser aufrufen.
Siehe auch:
Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

WinFuture bei Google bevorzugenJetzt hinzufügen


Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!