9 Scalper-Bots auf 1 Menschen - DDR5-Kauf wird zum Spießrutenlauf

Die Suche nach neuem RAM wird für PC-Schrauber zunehmend zur Geduldsprobe. Scalper-Bots belagern Produktseiten von Händlern und schnappen Käufern die Hardware weg. In einem konkreten Fall hat sich ihre Zahl in den letzten Monaten fast verdoppelt.
Speicher, Arbeitsspeicher, Ram, DDR5, Corsair, Vengeance
Corsair

    DDR5-Kauf wird zum Kampf gegen Maschinen

    Scalper-Bots sind ein echtes Problem. Sie sorgen dafür, dass menschliche Käufer oft kaum noch zum Zug kommen. So war es etwa zum Launch der PlayStation 5. Während Firmen wie Valve nach ähnlichen Erfahrungen mittlerweile etliche Maßnahmen ergriffen haben, um solchen Szenarien entgegenzuwirken, wehren sich auch Kunden mit teils kreativen Taktiken. Wer seinen Computer mit aktuellem Arbeitsspeicher aufrüsten möchte, tritt dennoch oft gegen eine Übermacht an Bots an.

    So zeigt eine neue Analyse eines Webshops, dass auf einen menschlichen Käufer von DDR5-RAM mittlerweile rund neun automatisierte Zugriffe kommen können. Das entspricht beinahe einer Verdopplung seit der letzten Überprüfung der Händlerseite im März. Die Scalper-Bots blockieren die Bestände in Millisekunden und treiben die Kosten für Endanwender künstlich noch weiter in die Höhe.


    Geringes Angebot hält Druck hoch

    Die für solche Zwecke eingesetzten Programme gehen weit über das simple Auslesen von Webseiten hinaus. Gezielte Abfragen umgehen den Zwischenspeicher von Shops und erzwingen laufend frische Bestandsdaten. Rechnerisch prüft ein Skript alle 6,5 Sekunden die Verfügbarkeit eines speziellen Moduls.

    DDR5 bietet gegenüber DDR4 eine deutlich höhere Bandbreite und eine niedrigere Leistungsaufnahme. Die Architektur integriert zudem die Spannungsregulation direkt auf dem Modul. Das entlastet zwar Mainboards, macht die Fertigung der Riegel jedoch komplexer und in der Folge teurer. Bots verstärken das Problem zusätzlich und halten den Druck hoch. Wie Sicherheitsexperte Jérôme Segura von DataDome in seinem Beitrag auf LinkedIn berichtet, geht der Großteil des Datenverkehrs auf der analysierten Händlerseite daher mittlerweile auf Bots zurück. DataDome: Geblockter Bot-Traffic auf HändlerseitenDie Großzahl der Abfragen auf DDR5-Produktseiten stammt von Bots

    Rechtslage und tatsächliche Käufe

    In Deutschland greift der Gesetzgeber jedoch nicht ein. Ein Verbot von Kauf-Programmen existiert lediglich für den Erwerb von Eintrittskarten, während der Markt für Endkunden-Elektronik in dieser Hinsicht völlig unreguliert bleibt. Strafrechtlich bewegen sich die Betreiber der Skripte somit in einer Grauzone, solange sie keine Webseiten durch Überlastung lahmlegen.

    Ein leicht positiver Aspekt ist, dass Seitenaufrufe zumindest nicht zwingend mit erfolgreichen Bestellungen gleichzusetzen sind. Die hohe Zahl an Zugriffen belegt primär die enorme Überwachung des Angebots. Wie viel Ware am Ende tatsächlich bei professionellen Scalpern landet, lässt sich allein durch eine Auswertung des Netzwerkverkehrs nicht exakt bestimmen.

    Dennoch dürfte die angespannte Liefersituation bei schnellen DDR5-Riegeln aufgrund der weltweiten Speicherkrise laut Branchenkennern noch mehrere Jahre anhalten. Wer seinen Computer aufrüsten möchte, muss den Markt daher genau beobachten, um kurzfristige Preissenkungen oder spezielle Hardware-Pakete der Händler nutzen zu können und sich dabei wohl auch noch in vielen Fällen gegen eine Übermacht an Bots durchsetzen.

    Habt ihr in letzter Zeit versucht, neuen RAM zu kaufen? Welche Erfahrungen habt ihr mit der aktuellen Preissituation gemacht? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!
    Zusammenfassung
    • Scalper-Bots erschweren den Kauf von neuem DDR5-Arbeitsspeicher massiv
    • Auf einen menschlichen Käufer kommen mittlerweile rund neun Bot-Zugriffe
    • Die automatisierten Skripte prüfen die Verfügbarkeit alle 6,5 Sekunden
    • In Deutschland ist die Nutzung solcher Kauf-Bots für Elektronik legal
    • Die angespannte Marktlage bei Speicherriegeln dürfte noch Jahre anhalten

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!