Harte Zeiten für freie Hardware:
Speicherkrise bremst Pine64-Team aus

Die immer weiter steigenden Preise für Speicherprodukte bereiten nicht nur kleineren Smartphone- und PC-Herstellern zunehmend Probleme. Auch die Open-Source-Hardware-Szene gerät in Schwie­rig­keiten. Das Team hinter der Pine64-Community stoppt wegen der Preise jetzt die Arbeit an Linux-basierter Hardware.
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Pine64

    Entwickler stoppen Arbeit an Linux-Hardware

    Während viele andere Elektronikhersteller die Preise ihrer Endprodukte immer wieder erhöhen, um so die steigenden Speicherkosten an die Kundschaft weiterzureichen, hat die Speicherkrise für quelloffene Hardware drastischere Folgen. Das Pine64-Team hat jetzt bekannt gegeben, dass man schlicht keine neuen Linux-basierten Produkte mehr einführen will.

    Pine64 machte sich seit 2015 zunächst mit dem Pine-A64-Entwickler-Board einen Namen und brachte seitdem eine Reihe weiterer ARM- und RISC-V-basierter Single-Board-Computer (SBC) mit Linux, Linux-Smartphones und -Tablets sowie -E-Reader auf den Markt. In diesem Jahr wurde es allerdings auffällig still um das Team, kündigte man bisher doch nur ein einziges Produkt an - einen Smart-Speaker auf Basis eines RISC-V-Controllers.

    Engpässe bei Flash- & Arbeitsspeicher

    In einem Telegram-Post (via CNXSoftware) verkündete das Pine64-Team jetzt, dass es vorerst keine weiteren Produkte geben werde, die mit Linux laufen und als offene Alternativen zu Notebooks, Tablets oder Smartphones mit Windows & Co herhalten können. Der Grund dafür seien die anhaltenden Engpässe bei DRAM-Arbeitsspeicher und Flash-basierten eMMC-Speicherlösungen.

    Es hänge von einer Verbesserung der Lage nach der Mitte nächsten Jahres ab, ob man erneut Linux-basierte Hardware anbieten könne. Bis dahin müssen sich die Fans von "freier" Hardware mit wenigen, schwindenden Beständen von bereits bestehenden Pine64-Produkten zufriedengeben. Aktuell gehe man davon aus, dass das PineNote und das PineTab 2 innerhalb der nächsten drei Monate ausverkauft sein dürften, hieß es weiter.

    Die anderen Produkte des Teams, die nicht zu den vorgenannten Serien gehören, sollen auch weiterhin wie gewohnt verfügbar bleiben. Aktuell seien die Aussichten für Linux-basierte Geräte düster, gestanden die Entwickler ein. Es bleibt abzuwarten, wie lange es dauern wird, bis man derartige Nischenprodukte wieder erhalten kann, schließlich gehen manche Analysten davon aus, dass sich die Lage im Speichermarkt frühestens ab 2028 wieder ändert, während andere Beobachter davon ausgehen, dass es sogar bis mindestens 2030 dauern wird.

    Zusammenfassung
    • Der Hersteller Pine64 stoppt vorerst neue Hardware auf Linux-Basis
    • Grund dafür sind hohe Preise und Engpässe bei RAM und eMMC-Speicher
    • Bestände von PineNote und PineTab 2 sind in drei Monaten ausverkauft
    • Eine Besserung der Lage wird frühestens Mitte nächsten Jahres erhofft
    • Marktanalysten erwarten eine Erholung erst in den Jahren 2028 bis 2030

    Siehe auch:


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